Hörschäden durch Stress & Lärm

Tinnitus! Es rauscht, pfeift, hämmert, dröhnt mit unterschiedlicher Stärke. 40 Prozent der Menschen haben irgendwann einen!

 

Die Komplexität des Tinnitus bedingt, dass Patienten möglichst ganzheitlich zu betrachten sind (Foto: Aleksej Sarifulin – Thinkstock.com)

Die Ursachen sind nachweislich Stress und Lärm. Kommt es bei einem derart vorgeschädigten Gehör zu erneutem Lärm oder totaler Stille, Hitze, Kälte oder Schlafstörungen, kann Ähnliches wie bei Patienten mit Phantomschmerz passieren: Die Nervenzellen generieren eine Sinneswahrnehmung, die kein akustisches Korrelat hat.
Akuter Tinnitus ist ein medizinischer Notfall, bei dem Infusionstherapien mit durchblutungsfördernden Medikamenten und Kortison zum Schutz der geschädigten Haarzellen verabreicht werden. Tinnitus, der länger als drei Monate anhält, wird als chronisch bezeichnet. Er gilt als nicht heilbar, jedoch behandelbar im Sinne einer Verminderung der Symptome. Erfolgversprechende Konzepte beinhalten Vermeidung oder Behandlung der Auslöser. Überdenken des Lebensstils und Stressreduktion, manualmedizinische oder krankengymnastische Behandlungen der Halswirbelsäule sind wertvoll.

Richtige Ernährung bei Stress

Die wichtigsten Nährstoffe bei hoher Leistungsanforderung und Stress sind B-Vitamine (Sesamsamen, Sonnenblumenkerne, Hülsenfrüchte, Bananen, Avocado, Grün-, Rosenkohl, Spinat, grünes Blattgemüse, Zuchini, Broccoli, Kartoffel) und Mag­nesium (Vollkornmehl, -reis, Haferflocken, Sesamsamen, Son­nenblumenkerne, Nüsse, Bohnen) zur Unterstützung des Energiestoffwechsels und des Nervensystems.
Antioxidantien schützen vor dem stressbedingten Anstieg freier Radikale. Perfekt für die Zufuhr von natürlichen Antioxidantien sind alle roten oder blauen Früchte und Gemüse, z. B. Blaubeeren, rote Rüben. Sie enthalten jede Menge Polyphenole (Anthocyane und Flavonoide). Tomaten, Karotten, Marillen sind reich an Carotinoiden. Grüner Tee und Kaffee enthalten von Natur aus Polyphenole, die zu den Antioxidantien gehören. Kakao enthält Catechine, die ebenfalls zur Gruppe der Flavonoide gehören. In Nüssen steckt in großer Menge das Antioxidans Vitamin E.

Zwei Esslöffel Leinöl täglich

Omega-3-Fettsäuren dienen zum Schutz von Herz und Gefäßen. Die klassischen Quellen sind Thunfisch, Makrelen, Hering, Lachs, Ölsardinen. Es gibt aber auch vegane Quellen, denn pflanzliche Öle aus Lein, Raps oder Walnuss sowie Chia­samen, Leinsamen und Walnüsse enthalten reichlich Omega 3. Täglich zwei Esslöffel Leinöl verbessern die Entzündungs- und Blutfettwerte im Körper.

Überdenken Sie Ihren Lebensstil

Tagesabläufe sollten überprüft und neu geordnet werden. Die Einbindung eines Coaches oder Psychotherapeuten ist hilfreich, zumal die Sorgen alleine aus der Diagnose per se wieder Stress verursachen. Psychische Überlagerungen, die das Leid der Betroffenen noch verstärken, lassen sich häufig nachweisen.
Strategien der Versachlichung können da helfen und Katastrophisierungstendenzen entgegenwirken. Es kann etwa individuell verhaltenstherapeutisch am Umgang mit typischen Auslösesituationen gearbeitet werden. Mit kog­nitiver Verhaltenstherapie gelingt es, dass der Tinnitus erträglicher wird und in Einzelfällen wieder verschwindet.
Wichtige Elemente beinhalten Entspannung im Alltag, Korrektur ungüns­tiger Denkmuster, die Entwicklung eines gesunden Egoismus mit mehr Selbstsicherheit und Souveränität. Hilfreich sind Verbesserungen des Schlafverhaltens (siehe September-GEWINN 2018).
Viel Hoffnung wurde in der Vergangenheit in die Verwendung von Tongeneratoren zur Erzeugung eines weißen Rauschens gesetzt. Neuere Untersuchungen lassen an der Sinnhaftigkeit dieser Geräte jedoch Zweifel aufkommen. Langzeitrauschtherapie könnte nämlich zu den gleichen anatomischen und physiologischen Änderungen wie Tinnitus führen.

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