Magenstress im Advent

Rund um Weihnachten völlern wir, dadurch erlebt unser Magen die härteste Zeit im Jahr. So lindern Sie dank kluger Ernährung den Stress für Ihren Magen.

Joghurt: Je einfacher, desto wirksamer (Foto: klenova – GettyImages.com)

Die Adventzeit, die stillste Zeit des Jahres, naht mit all ihren Weihnachtsfeiern und Punschstandln. Unser Verdauungssystem und unser Darm sind gefordert. Blähungen und Völlegefühl sind häufig die harmlosesten Folgen. Häufig folgen dem Stress und der schwer bekömmlichen Ernährung schneidende Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Warum? Unser Darm weist die größte Bakteriendichte des menschlichen Körpers auf. Diese Bakterien, auch als Darmflora oder Mik­robiom bezeichnet, spalten die Nahrungsbestandteile auf, wodurch Gase (z. B. Methan, Kohlendioxid, Wasserstoff, Schwefelwasserstoff oder Ammoniak) entstehen. Gleichzeitig verändern die Art unserer Ernährung und Stress das Mikrobiom in seiner Zusammensetzung, was zudem unsere Immunabwehr beeinflusst, wodurch unter anderem grippale Infekte begünstigt werden.
Bauen Sie zu reichlich Zucker und Fett in Kekserl und Co. ein gutes Gegengewicht auf und halten Sie Ihre Darmflora im Gleichgewicht!
Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bekannt ist die Zufuhr von probiotischen Milchprodukten – Nahrungsmittel, die ausgewählte Bakterienstämme enthalten und so die Darmflora unterstützen. Eine Studie der Universität Wien von Prof. Elmadfa zeigt, dass normales Joghurt dies ebenfalls bewerkstelligt, vorausgesetzt man isst es regelmäßig.

Joghurt: Je einfacher, desto wirksamer

Joghurt kann die körpereigenen Killerzellen im Kampf gegen entartete oder körperfremde Zellen aktivieren und T-Lymphozyten und Zytokine (spezielle Abwehrzellen) im Kampf gegen eindringende Erreger auf Vordermann bringen. Auch Kefir und Kombucha zählen zu den milchsauer vergorenen Produkten. Hier erfolgt der Gärprozess allerdings über ein Zusammenspiel von Bakterien, Hefen und Pilzen. Generell gilt dabei, je naturbelassener die Produktion ist, umso effektiver ist sie. Das Joghurt des Bauernmarkts oder das selbst angesetzte sollten Sie daher bevorzugen. Wer Joghurt nicht mag, kann ebenso auf milchsauer vergorenes Gemüse zurückgreifen.
Sauerkraut gilt nicht nur wegen seines Vitamin-C-Gehalts als Abwehrwaffe. Es liefert ebenso Milchsäurebakterien sowie rechtsdrehende Milchsäure, im Kampf gegen Erkältungen wertvolle Unterstützer. Eine gesunde Darmflora beeinflusst das darmassoziierte Immunsystem positiv und bildet eine richtige Barriere für Viren, Bakterien und Co.
Zusätzlich liefert Sauerkraut Cholin, ein hervorragender Ausgangsstoff für Botenstoffe im Gehirn, der zusätzlich Konzentrationsproblemen und Müdigkeit entgegenwirkt. Rohes Sauerkraut kann beispielsweise schnell und einfach als Salat gegessen werden. Probieren Sie doch mittags einen Krautsalat mit Apfel. 300 Gramm Sauerkraut, zwei mittlere eher saure Äpfel blättrig schneiden, drei Essiggurkerl würfeln und mit etwas Kümmel unter das Kraut mengen. Mit einem Kochlöffel Distelöl, zwei Esslöffel Apfelessig oder Sauerkrautsaft, ein Teelöffel Honig, Prise Kräutersalz und zwei Esslöffel Wasser marinieren.

„Entgiften“ mit einem Apfel

Der Apfel unterstützt den Darm durch Pektin (liegt besonders in und unter der Schale). Als Ballaststoff mit hohem Quellvermögen ist es hilfreich bei Durchfall, bindet Giftstoffe und führt so zum rascheren Ausscheiden von belastenden Stoffwechselendprodukten. Verstärkt wird die Wirkung exzellent durch Thymian, der auch als natürliches Antibiotikum dient. Probieren Sie doch mal ein Apfelmus, in dem Sie ein Stämmchen Thymian durchziehen haben lassen, Ihr Darm wird rasch sein Gleichgewicht wiederfinden.
Ballaststoffe sind auch für die Immunabwehr des Darms wesentlich, Sauerkraut und Äpfel sind dafür optimale Lieferanten, Gemüse, Salate oder Leinsamen gute alternative Ballaststoffträger. Sie quellen in Wasser, machen den Darminhalt weich und geschmeidig, die nicht verdauten Anteile wirken für den Darm wie ein Besen und regen die Darmperistaltik (Darmbewegung) an. Sollten Sie Leinsamen oder Trockenfrüchte bevorzugen, können diese ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn man genügend trinkt. Ansonsten entzieht der Körper das mitgeführte Wasser, die Ballaststoffe bilden durch Verklumpen wie der restliche Darminhalt einen Pfropfen, Besserung tritt in diesem Fall keine ein.

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