Neustart nach Corona

Die Konsequenzen der Ausgangssperre? Mehr Gewicht, wenig Bewegung, ungünstiger Insulin­spiegel etc. Wie man nach Corona am besten durchstartet.

(Foto: YakobchukOlena – GettyImages.com)

Nach den Lücken in den Einkaufsregalen zu schließen, landeten Tonnen von Toast, Spaghetti und Sugo, alle möglichen Fertigprodukte und Schokolade in den Mägen der Österreicher. Die Folgen sieht man auf den Hüften, aber auch an der fehlenden Kondition. Wie fährt man seinen Verbrennungsmotor richtig hoch (wenn man kein fettfreier, Fitness-Studio-Stammgast-Single-Supersportler ist)? Was soll man, abgesehen von Treppensteigen statt Lift oder zehn Kniebeugen am Tag machen? Jetzt ist d e r Zeitpunkt einer Trendwende, es wird Zeit den Stoffwechsel wieder anzukurbeln!
Dabei sollten vorzugsweise der ­Glukosestoffwechsel (Zucker und Kohlehydrate), die Proteinsynthese (Eiweißstoffwechsel) und der Fettstoffwechsel gleichermaßen aktiviert werden. Die Einnahme eines Pulvers oder beispielsweise Zimt alleine reicht dafür leider absolut nicht aus. Kraft- und gezieltes Intervalltraining – ­wechselnde langsame und schnelle Trainingsabschnitte – beim Laufen, Schwimmen oder Radfahren eignen sich, den Kalorienverbrauch zu erhöhen und die Fettverbrennung zu fördern. Je intensiver das Training, umso kürzer kann die Trainingsdauer gewählt werden. Am besten wechseln sich Ausdauer- und Krafttrainingseinheiten ab.

Das legendäre Cooper-Training

Bereits in den 1970ern hat der US-Sportmediziner Kenneth Cooper eine Trainingsmöglichkeit für Jetpiloten gesucht, mit der sie in kürzester Zeit ein effektives Kreislauftraining absolvieren können. Sein Grundtrainingsprogramm bestand aus acht Übungen: Rumpfbeugen, einbeinige Wechselsprünge, Sit-ups, Strecksprünge, Liegestütz, Kniebeugen, Hampelmannsprünge, Laufen auf der Stelle – im 30 Sekundenrhythmus, unterbrochen von jeweils 30 Sekunden Pause.
Nützen Sie Stiegen, lassen Sie das Auto stehen (aber nicht durch die Öffis ersetzen). Gehen Sie bewusst federnd, spannen Sie Po und Beckenboden an. Je mehr Muskelspannung Sie in Ihrem Körper haben, umso mehr Energie verbraucht Ihr Körper. Dies gilt auch für Ihre Armmuskulatur. Gönnen Sie sich bewusst langsame Bewegungen, wenn Sie das Geschirr einordnen, die Wäschekörbe ausräumen. Gehen Sie langsam in die Knie, wenn Sie im unteren Kasten herumräumen.
Ausgewogene, naturbelassene und vitaminreiche Ernährung hilft, Stoffwechselprozesse zu optimieren. Gemüse liefert neben Vitaminen reichlich Mineralstoffe und Ballaststoffe. Nun ist die Zeit für Salate, viel Kräuter, Wildkräuter, Gewürze (u. a. Bärlauch, Knoblauch, Zwiebel, Curcuma, Zimt, Ingwer).
Ballaststoffe sind reichlich in Vollkornprodukten, Haferkleie und Hülsenfrüchten enthalten. Gleichzeitig liefern sie hochwertiges und fettarmes Eiweiß und gesunde Fette mit einem positiven Omega-3- und -6-Verhältnis.

Wasser trinken hält fit


Das Trinken von 30 bis 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht hilft der Verdauung und steigert den Grundumsatz. Eine Studie der Charité Berlin zeigte, dass nach dem Trinken von 500 Milliliter Wasser, der Energieverbrauch für 60 Minuten um 24 Prozent gesteigert wird. Fruchtsäfte und Alkohol haben auf Basis ihres eigenen Energiereichtums einen gegenteiligen Effekt.
Dauerhafter Stress macht uns dick, da wir ständig im Fluchtmodus sind. Er steigert die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel führt zur gesteigerten Insulinproduktion. Kohlehydrate werden in die Zelle transportiert und dort in Fett umgewandelt. Gleichzeitig kommt es zu einer Reduktion des Fettstoffwechsels und vermehrter Wassereinlagerung im Gewebe. Schlafprobleme führen zu einer Verkürzung der Tiefschlafphase, das führt zu weiterer Cortisolausschüttung. Die Zeit des Social Distancing sollte man daher unbedingt für mindestens sieben bis acht Stunden Schlaf nützen.
Schlafmangel bedingt auch ein Ungleichgewicht der Sättigungs- und Appetithormone Leptin und Ghrelin. Dies steigert unser Hungergefühl und hemmt den Fettabbau. Die Folge ist, dass wir bei chronischem Schlafmangel mehr zwischendurch essen, bei gleichzeitiger Schwächung des Immunsystems und somit erhöhter Infektanfälligkeit. Nutzen Sie Melisse, Johanniskraut und Hopfen, um Ihr Immunsystem zu stärken. Unsere Patienten schwören seit Jahren auf ihre Wirkung. Eine andere Möglichkeit ist, auf Zink- und Selenpräparate oder Echinacea (keinesfalls länger als zehn Tage anwenden, da die Wirkung danach nicht mehr gegeben ist) zurückzugreifen.

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.