Schützen Früchte vor Potenzschwäche?

Flavonoide senken das Risiko für Diabetes und kardio­vasku­läre Erkrankungen. Nun gibt es gleiche Überlegungen für die erektile Dysfunktion.

Äpfel sind eine unerkannte Flavonoidquelle der ­Sonderklasse (Foto: Lammeyer – Thinkstock.com)

Probleme in der Partnerschaft, Stress, aber auch Bluthochdruck oder Diabetes – Erektionsstörungen können viele Ursachen haben. Zumindest irgendwann davon betroffen sind laut Experten fünf bis 20 Prozent aller Männer.
Abhilfe können Flavonoide schaffen, wie eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition zeigt, für die Ärzte im Verlauf von zehn Jahren beobachtet wurden. Demnach war bei jenen Männern mit der höchsten Aufnahme an Flavonoiden die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer erektilen Dysfunktion (ED) um neun bis elf Prozent reduziert. Männer mit einem hohen Verzehr, die zudem körperlich trainiert waren, hatten  sogar ein um 21 Prozent reduziertes ED-Risiko.

Was sind Flavonoide?

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in fast allen Pflanzen zu finden sind. Die meisten der etwa 6.000 Flavonoide sind farbig und geben Pflanzen ihre Farbe. Zu den Flavonoiden zählen Anthocyane, Catechine, Cit­rin, Flavanone, Flavone, Flavonole, Hesperidine, Isoflavonoide, Quercetine, Rutine. Sie sind in Blättern, Blüten und Früchten zu finden. Meist sitzen sie unmittelbar unter der Schale und in den Fruchtkernen. Erdbeeren, Heidelbeeren, Rotwein, Apfel, Birne sowie Zitrusfrüchte haben die höchsten Anteile an Flavonoiden.
Die Natur hat die Anti­oxidantien und Bioflavonoide so geschickt miteinander kombiniert, dass sie meist gemeinsam in einer Pflanze, z. B. im grünen Tee, Rotwein, in Zitrus- und Beerenfrüchten, Äpfeln, Sanddorn, rotem Paprika, Brokkoli und Holunder enthalten sind und ihre Wirksamkeit im lebendigen Organismus gegenseitig verstärken. In Zitrusfrüchten wird beispielsweise die Wirkung von Vitamin C durch Flavonoide, die in den weißen Schalenanteilen vorhanden sind, um das 50-Fache verstärkt. Vielfach wird auch dadurch eine krebsschützende Wirkung hervorgerufen.

Am besten frisch genießen

Am besten wirken Flavono­ide als Frischpflanzensaft. Einige Flavonoide (Rutin) kräftigen Kapillargefäße, normalisieren ihre Durchlässigkeit und dichten dünne Aderwände ab. Selbst im Kakao sind Flavonoide enthalten. Sie verringern das Verklumpen der Blutplättchen und verhindern, dass LDL sich an den Blutgefäßwänden festsetzt. Auch im Rotbuschtee (Quercetin, Querzitrin) und Lapachotee (Lapachol) sind Flavonoide enthalten. Welche Flavonoide sich gerade auf die erektile Dysfunktion positiv auswirken, ist noch nicht bekannt. Vermutet wird unter anderem, dass die positiven Effekte durch die Wirkung auf Blutgefäße erzielt werden.
Der Gehalt an Flavonoiden ist umso höher, je mehr Sonnenschein die Früchte – Mangos, Birnen, Chicorée, Paprikas, Pfirsiche – empfangen haben.
Gemäß „Eulenspiegel“, dem Europäischen Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften, wird die geringere Prostatakrebssterblichkeit der Japaner auf die hohe Zahl von Isoflavonoiden in ihrem Blut zurückgeführt. Dieser wird dem Genuss von pflanzlichen Östrogenen in den Sojabohnen zugeschrieben.
Smoothies können wahre Bomben an Flavonoiden sein. Eine optimale Basis hierfür sind Äpfel. Sie sind eine unerkannte Flavonoidquelle der Sonderklasse. Dabei schwanken die Inhaltsstoffe je nach Apfelsorte. Jonagold enthält z. B. das meis­te Quercetin, mehr als jedes andere Lebensmittel. Die Flavonoide stecken direkt unter der Schale. Sie sollten Äpfel deshalb gut abwaschen und am besten nicht schälen.

>> Zum Download: Zwei besonders wirksame Smoothie-Rezepte

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