Tipps gegen Pollen

Die Pollenzeit hat früh wie nie eingesetzt. So wird sie kein Leidensweg!

Unter den Symptomen des Heuschnupfens wie Augenjucken, Niesanfälle, Fließschnupfen, trockener Reizhusten und sogar Atemnot leiden in Österreich 1,7 ­Millionen Menschen (Foto: unomat – GettyImages.com)

Wegen des Klimawandels hat sich die Zeit des Pollenflugs und damit des Heuschnupfens deutlich vorverlegt, Erle und Hasel stehen in voller Blüte. Die besonders aggressiven Birkenpollen und die Esche sind bereits im März zu erwarten.

Die tägliche Impfkur

Klassische Antihistaminika mildern Entzündungsreaktionen und nachfolgende Beschwerden. Ihre häufigste Nebenwirkung ist die Müdigkeit. Spezifische Immuntherapien, auch Hyposensibilisierung genannt, sollten in der belastungsfreien Zeit im Herbst und Winter gestartet werden. Dabei wird dem Immunsystem gelernt, dem Allergen gegenüber toleranter zu werden. Zu jeder Zeit begonnen werden kann eine Impfkur mit Tabletten oder Tropfen, die täglich genommen werden und ähnlich wirken. Anhand der Bestimmung der Immunglobuline kann abgeschätzt werden, wie gut ein Patient auf diese Therapie ansprechen wird. Als Ultima Ratio gilt immer das entzündungshemmende Cortison – als Nasenspray. Auch eine Akupunkturserie kann deutlich helfen, die Symptome zu lindern.
Halten Sie Fenster und Türen möglichst während der gesamten Blühperiode geschlossen. Schlafen Sie bei geschlossenen Fenstern. Zum Lüften eignet sich am besten die Zeit vor vier Uhr früh (danach beginnt üblicherweise der Pollenflug) oder besorgen Sie sich ein Pollenschutzgitter für Fenster und Balkontüren. Die Konzentration an Pollen ist in den Morgenstunden auf dem Land am höchsten, in der Stadt erreicht sie in den Abendstunden ihr Maximum.

Nase und Mund ausspülen

Lösen Sie einen Teelöffel gewöhnliches Kochsalz in einem Viertelliter lauwarmem Wasser auf und ziehen Sie die Lösung in der Nase hoch – das spült die Pollen aus, reinigt die Nasenschleimhaut und stärkt.
Waschen Sie Ihre Haare jeden Abend, sie sind Pollenfänger. Nachts verteilen sich die Pollen sonst im Bett und Sie atmen sie ein. Die Kleidung sollten Sie deutlich öfter wechseln und sie nicht im Schlafzimmer ablegen. Besser im Badezimmer oder in der Waschküche. Leider sind auch felltragende Tiere und im Freien getrocknete oder gelüftete Wäsche Pollentransporteure.
Nießattacken beim Autofahren sind gefährlich. Daher Lüftung ausschalten, Fenster schließen und Sonnenbrillen tragen, die Lüftungsfilter öfter reinigen oder erneuern! Für die Klimaanlagen mancher Fahrzeugtypen gibt es auch eigene Pollenfilter. Verzichten Sie auf Motorradausfahrten und überlassen Sie das Rasenmähen anderen.
Laubwälder sind deutlich pollenärmer als Wiesen. Verlegen Sie sportliche Aktivitäten in freier Natur und Ausflüge besser an feuchtere Tage. Aber Achtung: Erst nach länger anhaltendem Regen ist mit einer Erleichterung zu rechnen.
Benutzen Sie zur Kühlung Ihrer Räume möglichst keinen Ventilator: Der wirbelt die Pollen nur auf und verteilt sie im Raum. Bei Klimaanlagen regelmäßig Filter erneuern.

Vorsicht vor Nüssen, Obst & Co.

Leider absolut ernstzunehmen sind Kreuzallergien. Nahrungsmittel, deren Eiweiß in der Struktur jenem ähnelt, welches in den Pollen vorkommt, lösen ähnliche Reaktionen aus wie das Polleneiweiß. Daher sollte bei Gräserpollenallergie Vorsicht bei Erdnüssen, Kartoffeln, Roggen, Soja, Weizen und Tomaten walten. Wer auf Birke, Erle oder Hasel allergisch ist, sollte Haselnüsse, Mandeln, Paranüsse und Walnüsse ebenso meiden wie Äpfel, Avocados, Birnen, Pfirsiche, Kartoffeln, Kiwis. Bei Ragweed gibt es Kreuzallergien mit Banane, Gurke und Melone. Die Neigung, eine Pollenallergie zu entwickeln, ist bis zu einem gewissen Grad vererbt. Andere Auslöser könnten psychische Faktoren und Stress sein.
Oft führt ein Heuschnupfen zu starken Spannungskopfschmerzen. Schnelle Linderung bringt ein kalter Gesichtsguss. Der Kälteschock regt über die Rezeptoren den Stoffwechsel an, bringt den Kreislauf in Schwung und löst die Spannungen im Kopf. Sehr hilfreich ist, zwei Tropfen Pfefferminzöl oder asiatischen Tigerbalsam auf die Schläfen oder über der Nasenwurzel und im Nacken kreisförmig einzureiben.
Wenn die Augen verschwollen sind und ständig tränen oder sich gar entzünden, hilft Augentrostkraut. Zwei Teelöffel mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgießen, fünf Minuten ziehen lassen. Wattepad mit dem abgekühlten Tee tränken, eine Viertelstunde auf die geschlossenen Augenlider legen.
TIPP: Da der Pollenflug in Abhängigkeit vom lokalen Klima sehr variieren kann, ist eine für Allergiker wichtige Homepage www.pollenwarndienst.at.

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