Vitalität dank Atem­therapie

Sängerinnen kennen die ­Bedeutung richtiger Atmung für ihre Stimme. Dabei ist es für jeden ein wesentliches Element für Leistungsfähigkeit und Stressreduktion.

(Foto: contrastwerkstatt – GettyImages.com)

Kurzatmigkeit, Enge im Brustkorb, Schwierigkeiten beim Einatmen oder Schleim, der nicht abgehustet werden kann, führen zu Luftnot. Atemtherapie als Teil der Physiotherapie kann auf unterschiedliche Weise helfen. Die Ziele umfassen

  • eine Erleichterung der Atemarbeit,
  • gute Beweglichkeit des Brustkorbs,
  • Kräftigung der Atemmuskulatur,
  • eine Verbesserung des Atemzug­volumens, aber auch der Ausatmung,
  • die Verbesserung des „Sekret-Managements“ – Lösung und Transport von Schleim in Lunge und Atemwegen,

Wie ist dies zu erreichen?

Körperhaltung

Wesentlich ist die richtige Körperhaltung. Im Alltag ist es wichtig, aufrecht zu sitzen oder zu stehen, um der Lunge ausreichend Möglichkeit zu geben, sich und den Brustkorb gut dehnen zu können. Besteht akute Atemnot, kann diese durch atemerleichternde Stellungen, wie den Kutschersitz, entlastet werden. Setzen Sie sich auf einen Sessel mit nach vorne gebeugtem Oberkörper, stützen Sie die Ellenbogen auf Ihren Knien ab. Atmen Sie ganz ruhig, gegebenenfalls unter Einsatz der dosierten Lippenbremse. Dehn- oder Drainagelagerungen können bei geschulten Therapeuten gelernt werden.

Atemübungen

Eine der wichtigsten Atemübungen ist die Lippenbremse. Sie verzögert das Ausatmen, verbessert die Sauerstoffsättigung im Blut und trägt zur Entspannung der Atemmuskulatur bei. Die Lippen werden dafür wie beim Pfeifen gespitzt. Die Lippen sind somit nur einen kleinen Spalt geöffnet, wodurch das Ausatmen verlangsamt wird. Die Luft soll langsam und gleichmäßig entweichen. Presst man zu sehr, blähen sich die Wangen auf. Dies sollte jedoch vermieden werden. Bei korrekter Anwendung wird die Ausatemphase gegenüber der Einatmung deutlich verlängert. Eine einfache Hilfestellung für den Beginn ist eine Feder, die mit dem Ausatmen möglichst weit weggeblasen werden soll. Andere Möglichkeit: durch einen Strohhalm langsam ausatmen. Je größer der Strohhalm, umso herausfordernder.
Durch die Lippenbremse wird der Atemstrom verlangsamt, die Atemwege bleiben länger geweitet und stabilisiert. PEP-Geräte imitieren die Lippenbremse. Meist sind es einfach zu bedienende Geräte mit einer oder mehreren Kugeln in einem geschlossenen System, durch das auch die Atemmuskulatur trainiert werden kann. Die Auswahl des richtigen Gerätes sollte Experten überlassen werden. Eine Kontraindikation für die Atemtherapie gibt es eigentlich nicht.

Trainingstherapie

Neben atemspezifischen Übungen sollte auch die Bedeutung der medizinischen Trainingstherapie und Übungen zur Körperwahrnehmung nicht unterschätzt werden. Selbst Patienten, die auf eine Lungentransplantation warten, können in diesem Sinne noch trainiert werden. Klassisches Ergometer-Training ist wegen einfacher Dosierung und der Möglichkeit der begleitenden Sauerstoffgabe besonders hilfreich.

Entspannung

Entspannungstraining unterstützt die Atemtherapie. Je mehr Stress des Alltags oder akute Atemnot reduziert werden kann, umso leichter fällt es, tief Luft zu holen. Die Bauchatmung ist die einfachs­te Form, etwas für Entspannung und Atmung gleichermaßen zu tun. Legen Sie Ihre Hände locker auf den Bauch, schließen Sie Ihre Augen, ganz auf den Bauch konzentrieren. Atmen Sie ruhig, entspannt und tief durch. Nach fünf Atemzügen beginnen Ihre Muskeln zu entspannen, die Hautdurchblutung steigt, Ihre Pulsfrequenz sinkt, die Atemzüge werden gleichmäßig und tief. Die Stresskurve wird unterbrochen. Atemtherapie ist somit ein wertvolles Element für Vitalität und Lebensfreude. Je mehr Probleme mit dem Atmen bestehen, umso wichtiger wird es, frühzeitig regelmäßig zu üben. Auf Atemtherapie spezialisierte Physiotherapeuten können eine sehr wertvolle Unterstützung sein.

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