Vorhofflimmern: Intervalltraining hilft!

Vorhofflimmern kann die Ursache für Lungenembolie, Schlaganfall etc. sein. Umso wichtiger ist es, mit richtigem Training diese Risikofaktoren zu reduzieren.

Ausdauertraining kann vor Rhythmusstörungen schützen (Foto: gbh007 – Thinkstock.com)

Vorhofflimmern kann eine vorübergehende (paroxysmale), aber auch eine dauerhafte (persistierende) Herzrhythmusstörung sein und während es von manchen als unangenehm wahrgenommen wird, merken es andere gar nicht. Direkt ist Vorhofflimmern nicht lebensbedrohlich, jedoch begünstigt es die Bildung von Thromben (Blutgerinnseln). Damit verbunden ist ein erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz, Lugenembolie und Schlaganfall.

Ausdauersport wirkt am besten

Bei Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, erhöhten Blutfetten oder Diabetes gilt es schon als State of the art, eine Steigerung der körperlichen Aktivität zu empfehlen. Ausdauertraining kann aber auch vor Rhythmusstörungen schützen. Eine rezente Studie zeigt, dass Patienten mit Vorhofflimmern, die sich an einem aeroben Intervalltraining beteiligten, weniger Symptome hatten als Patienten ohne ein solches Training.
Dabei können Sie jeden Ausdauersport, der Ihnen Spaß macht, wählen. Walken, Laufen, Schwimmen, Radfahren oder einfach flottes Wandern sind optimal geeignet. Natürlich können Sie auch unterschiedliche Sportarten zum Einsatz bringen. Wenigstens zwei- bis dreimal die Woche 20 bis 30 Minuten sind ausreichend.
Starten Sie mit einem Intervalltraining. Lassen Sie ein bis zwei Minuten Aktivität ein bis zwei Minuten ruhiges Gehen folgen. Wiederholen Sie diesen Zyklus fünf- bis zehnmal. Trainieren Sie zumindest zwei- bis dreimal pro Woche. Steigern Sie alle ein bis zwei Wochen die Stufe der Aktivität um eine Minute. Im Zweifelsfall beginnen Sie eher mit langsamerem Tempo, denn die letzte Wiederholung sollten Sie gleich schnell wie die erste machen können. Wenn Sie bei einer Trainingsdauer von 45 bis 60 Minuten angelangt sind, reduzieren Sie die Anzahl der Intervalle. Primäres Ziel des Trainings ist die Verbesserung der Sauerstoffaufnahme in den Körper. Daher hilft jede Bewegung, die Sie an die Grenze des gerade noch Sprechenkönnens bringt. Je länger Sie an dieser Grenze bleiben, umso besser ist der Effekt.
Die Herzfrequenz oder der Puls helfen uns, dieses Gefühl zu optimieren. Hierfür wird die zu erwartende maximale Herzfrequenz eines Menschen durch die Formel 220 minus Alter berechnet. Sollten Sie eine genauere Berechnung der notwendigen Leistung anstreben, so empfiehlt es sich, einen Laktattest zu machen. Er sagt Ihnen genau, bei welcher Pulsfrequenz Sie am effektivsten und somit am zeitökonomischsten trainieren.

Nebenwirkungen sind erwünscht

Ganz wichtig ist es zu wissen, dass für Bewegung das Gleiche gilt wie für Medikamente: Die Dosis macht’s, ob Gift oder Medizin. Den zahlreichen positiven Aspekten des Sports – Förderung von Gesundheit und Lebensqualität, aber auch von sozialen Kontakte lassen sich negative gegenüberstellen. Dennoch überwiegen in Summe eindeutig die positiven Aspekte. Mehr an Sauerstoff im Gewebe bedeutet eine bessere Energiebereitstellung und verbessert die Leistungsfähigkeit der Muskulatur sowie des Gehirns.
Umgekehrt kann Trainingsmangel in jedem Alter zum Verlust der Mobilität und Gedächtnisleistung führen. Die gute Nachricht ist: Die Folgen von Detraining sind in jedem Alter durch Training reversibel. Eindeutig mehr Lebensqualität, weniger Schmerzen, größere geistige und körperliche Wendigkeit kann man also jederzeit erlangen. Regelmäßige Bewegung hat übrigens noch einen Zusatznutzen: Sie reduziert unseren Alterungsprozess.

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