Die Königsdisziplin des Campingurlaubs

Eine Reise mit dem Wohnmobil bedeutet Camping in der Komfortklasse und verbindet Naturgenuss, Abenteuerfeeling, Abgeschiedenheit, Flexibilität – und Corona-Sicherheit!

Mit dem spartanischen Zelturlaub von einst hat das nichts zu tun! Da ist alles mit an Bord, was man für genussvolle Tage in der Natur braucht: Dusche und WC, Küche samt Kühl- und Gefrierschrank, Klimaanlage, Essecke, wirklich gute Betten und viel Stauraum (meist sogar auch noch für Fahrräder).
Bereits im Sommer 2020 wuchs der Wohnmobiltrend um rund 15 bis 20 Prozent. Für 2021 erwartet Chris­tian Gombotz, Chef des Branchenriesen Gebetsroither, einen „Campingboom an allen Fronten. Speziell in der Hochsaison Juli und August wird die Nachfrage teilweise das vorhandene Angebot übersteigen – trotz kontinuierlicher Mietflottenerweiterung. Das heißt: schnell buchen!“
Die Leih-Wohnmobile (max. 3,5 Tonnen schwer) dürfen mit einem B-Führerschein in ganz Europa gefahren werden. Trotz ihrer Gardemaße (bis zu 7,5 Meter lang und 2,35 Meter breit) ist ihre Navigation relativ einfach. Nach kurzer Eingewöhnungszeit – das kann die Autorin dieser Zeilen bestätigen – hat man das Gefährt im Griff. Rückfahrkameras helfen zusätzlich. Im Mietpreis ist stets Vollkaskoversicherung inkludiert; gegen geringe Zusatzkosten kann der Selbstbehalt reduziert werden (z. B. bei Gebetsroither um zwölf Euro pro Tag von 1.500 auf 500 Euro pro Schadensfall). Beim Reisebudget darf man nicht übersehen, dass zur Camper-Miete noch erhebliche Kosten für Treibstoff (Verbrauch bis zu 28 Liter auf 100 Kilometer!) und Campingplätze (bis 100 Euro pro Tag) dazukommen.
Campingbusse oder Vans sind die kleinste, kompakteste Art. Ihr Vorteil: auch gut für Städtetrips. Nachteil: relativ wenig Platz und Komfort sowie geringe Stehhöhe. Bei den geräumigeren Wohnmobilen unterscheidet man teil- bzw. vollinteg­rierte sowie Alkoven-„WoMos“. Letztere sind besonders geräumig (bis sieben Personen), der Alkoven-Aufbau oberhalb des Fahrerhauses bietet Platz für ein Doppelbett. Nachteil: Wegen ihrer stattlichen Höhe (bis 3,20 Meter) haben sie großen Luftwiderstand und entsprechenden Kraftstoffdurst.
Aerodynamischer sind teil- und vollintegrierte Wohnmobile. Sie sind flacher (der tiefere Schwerpunkt sorgt auch für ein besseres Fahrgefühl), das Fahrerhaus ist oft in den Wohnbereich eingebunden (die Autositze sind drehbar und ergänzen die Esstischgruppe). Mit intelligenten Lösungen wie Hubbetten bieten sie Komfort für vier bis fünf Personen. Die eleganten vollin­te­grierten Wohnmobile ohne „Schnauze“ ähneln optisch einem Bus.

Wo campen, wo buchen?

In Europa stehen Camping- und offizielle Stellplätze (etwas bessere Parkplätze, für ein oder zwei Übernachtungen) zur Verfügung. Campingplätze gibt es für jeden Anspruch (allein in Österreich 600), bis hin zu überkomplett ausgestatteten Ferienwelten. Unbedingt für die Hochsaison vorreservieren!
Die Regelungen für Camper sind je Land unterschiedlich (Tipp: vorab bei den Automobilclubs informieren). „Wild“ campen (in der freien Natur oder am Straßenrand) ist selten gestattet, doch hier gibt es Graubereiche: der Reisende darf sich im Auto ausruhen, auch ein Nickerchen machen, um für die Weiterfahrt fit zu sein (dann aber Tisch und Sessel nicht hinausstellen). Spontanität und ungezwungene Freiheit in der ­Natur gibt es nur in Skandinavien, aber Vorsicht: das „Jedermannsrecht“ gilt nur für Camper mit Zelt.
Zuletzt entstanden nachhaltige ­Alternativen für Camper: in der Natur am Bauernhof. In Österreich umfasst die Initiative „Schau aufs Land“ (www.schauaufsland.at) 180 Landwirte, Weingüter, Imker und Manufakturen; in Deutschland „Landvergnügen“ (www.landvergnuegen.com) 830 Mitglieder und in Frankreich „France Passion“ (www.france-passion.com/de) 2.050 Winzer und Landwirte. Sie alle bieten für 24 Stunden Gratisstellplätze in der Natur sowie die Möglichkeit zum Einkauf regionaler Produkte.
Für die Camping- und Stellplatzsuche gibt’s viele Handy-Apps, sogar der renommierte ADAC-Campingführer wurde auf die pincamp.de-App umgestellt. Weiters bewährt: www.park4night.com (von Campern für Camper), www.caramaps.com (in Frankreich auch private Plätze), www.CamperContact.com, www.Camping.info, www.womo-Stellplatz.eu, www.promobil.de, www.freeontour.com (starker Community-Gedanke) und www.top-platz.de (die 145 hochwertigsten Campingplätze).
Die Tabelle bietet einen Überblick über heimische Wohnmobil- und ­Camper-Verleiher. International (mit europa- und weltweiten Standorten) agieren Reiseveranstalter wie z. B. TUI (www.tuicamper.com), Dertour (www.dertour.de/ibe/camper/suche) oder FTI (www.fti.at/suchen-buchen/camper) sowie Mietwagenfirmen, wie z. B. Europcar oder Avis (www.worldwidecampers.com). PaulCamper (www.paulcamper.at) ist die größte Online-Plattform für Campersharing in Österreich, Deutschland und den Niederlanden mit insgesamt 6.500 privaten Fahrzeugen. Ein umfassender Vollkasko- und Reiseversicherungsschutz ist in den – mitunter sehr preiswerten Mietpreisen – inkludiert.

>> Wohnmobile zum Mieten in Österreich


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