Fernweh!

Es gibt tatsächlich einige Reiseländer ohne Quarantänepflicht. Auf wirklich entspannten ­Urlaub müssen wir aber noch warten, denn aktuell gibt’s zahlreiche Auflagen*. Ein Überblick.

Österreicher müssen bei der Heimkehr von gewissen Destinationen wie z. B. den Malediven nicht in Quarantäne (Foto: Kuramathi Maldives Resort)

*) Stand aller Recherchen: 16. 3. 2021

Das österreichische Außenminis­terium verhängte eine weltweite Reisewarnung, von der nur die sieben Länder, Australien, Island, Neuseeland, Norwegen, Singapur, Südkorea sowie der Vatikan, ausgenommen sind. Reisewarnungen sind aber keine Reiseverbote . . . allerdings gelten in den meisten Ländern für Urlaubsreisende strikte Quarantänepflicht (für Geschäftsreisende sieht die Sache meist anders aus – aber das ist eine andere Geschichte) oder gar Einreisesperren. Außerdem lautet der dringende Appell, derzeit auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Darüber hinaus gilt laut aktuellen Corona-Maßnahmen eine Ausgangsbeschränkung von 20 bis sechs Uhr. Der Antritt einer Urlaubsreise in diesem Zeitraum ist kein zulässiger Grund, den privaten Wohnbereich zu verlassen. Man darf also nur zwischen sechs und 20 Uhr zum Flughafen fahren.
Ob geimpft, genesen und immun oder nicht, macht dabei (noch) keinen Unterschied – so lange, bis der bereits fix beschlossene, EU-weit einheitliche „Grüne Pass“, endgültig auf Schiene ist (soll bis 1. Juni fertig sein und dem Vernehmen nach auch für Getestete ausgestellt werden, digital oder in Papierform – GEWINN wird berichten). Wen es davor in die Ferne zieht, der muss mit großen Hürden rechnen: Einreisebestimmungen sowie Flugverbindungen ändern sich fast täglich, die Unsicherheiten sind groß. Gründliche Informationen vorab sind Pflicht, beim Reiseveranstalter und auf der Seite des Österreichischen Außenministeriums.
    
Wohin könnte ich reisen?

Per 16. März gab es eine Handvoll Länder weltweit, die für Österreicher ohne Quarantänepflicht bereist werden können. Völlig unbeschwert wird der Urlaub aber kaum, denn allerorts gelten Sicherheitsmaßnahmen wie nächtliche Ausgangssperren oder Res­taurantschließungen. Dank stark gesunkener Corona-Zahlen hob das Auswärtige Amt in Deutschland am 12. März die Reisewarnung für die spanischen Balearen (inklusive Mallorca) und die Azoren auf. Generell kann ganz Spanien (7-Tages-Indizenz 72,9) und Portugal (35,2) ohne Quarantäne bereist werden – allerdings nur am Luftweg. Ansonsten ist in Europa nur noch Kroatien (7-Tages-Indizenz 111,2; Quarantänepflicht für Einreisende aus Tirol kommend), Malta (486,7!) und Schweden (273,0) möglich.
Weit besser sieht das Fernreiseangebot aus: Als Badeziele bieten sich die Malediven, Seychellen, Dubai, Ägypten, die Kapverden oder die zu Tansania ­gehörende Insel Sansibar an. Aber Achtung: Sansibar etwa tut, als ob es Corona nicht gäbe (7-Tages-Inzidenz 0,0!) . . . Für Safari-Reisen sind viele Staaten Afrikas offen – mit niedrigen Fallzahlen (Südafrika ausgenommen).
Auch Eilande der Karibik wie die Dominikanische Republik, Barbados oder Kuba haben „offen“; in Mittel- und Südamerika Costa Rica, Mexiko, Panama, Ecuador und Kolumbien; weiters Nepal und Georgien.

Einreise mit Corona-Test ohne Quarantäne


Für die Einreise im Urlaubsland werden überall negative Tests verlangt (zumindest molekularbiologische wie PCR, LAMP oder TMA, mitunter sind Antigentests ausreichend) mit einer Bescheinigung auf Englisch oder in der Landessprache. Die Probenentnahme darf nicht länger als 48 bis 96 Stunden zurückliegen (von Land zu Land verschieden), in Ecuador reichen zehn Tage (!). Alternativ kann in einigen Ländern die Testung bei Einreise am Zielflughafen erfolgen (mit Selbstquarantäne bis zum negativen Testergebnis). Doch davon raten wir dringend ab, denn sollte das Ergebnis im Urlaubsland positiv sein, landen Sie statt im gebuchten Luxushotel für zwei bis drei Wochen in einem Quarantänequartier (unterschiedlicher Qualität). Wir haben Schilderungen von Betroffenen gehört: So etwas will man nicht erleben!
Doch es gibt auch einen Lichtblick: Immer mehr Destinationen erlassen Geimpften die Testpflicht, aktuell die Balearen, Estland, Georgien, Island, Israel, Litauen, Madeira, Montenegro, Polen, Rumänien und die Seychellen.
Größtmögliche Reisesicherheit bringt die Buchung eines Pauschalreiseproduktes. Die meisten Veranstalter haben großzügige Corona-Regelungen, bei TUI und Dertour in Zusammenhang mit den neu eingeführten Flex-Tarifen. Eine österreichweite einheitliche (Gesetzes-)Regelung für Stornos gibt es nicht.
Der Abschluss einer Reiseversicherung, die explizit eine Corona-­Erkrankung einschließt, ist dringend anzuraten (und wird von manchen Reiseländern verlangt). Beim Marktführer Europäische Reiseversicherung etwa ist auch ein positiver Covid-Test vor Abreise ein versicherter Storno­grund. Auch ohne Symptome und sogar, wenn er sich später als falsch herausstellt. Ein positiver Test bei Einreise am Zielort ist gleich­bedeutend mit einer Erkrankung vor Ort. Dann werden die Kosten des nicht genutzten Teils der Buchung erstattet (sowie Arztrechnungen). Nicht gedeckt ist ein behördlich verfügtes Quarantänehotel, dieses kann aber aus den nicht genutzten Reiseleistungen finanziert werden. Der Europäischen Reiseversicherung ist allerdings kein Fall bekannt, dass ein Quaran­täne­hotel verrechnet wird.

Heimkehr mit Hürden

Die Einreiseregelungen nach Österreich gelten für alle gleich, auch für bereits Geimpfte! Verpflichtend sind eine Vorab-Registrierung über das digitale Pre-Travel-Clearance-Formular (gibt’s auf www.sozialministerium.at zum Download); weiters ein negatives Testergebnis (PCR jünger als 72 Stunden, Antigen jünger als 48 Stunden) sowie zehntägige Quarantäne, die frühestens am fünften Tag (der Einreisetag ist „Tag null“) mittels weiterem Test beendet werden kann.
Arbeitnehmer müssen ihren Chef nicht über die Auslandsreise informieren. Für die nötige Quarantänezeit können sie zusätzlichen Urlaub oder Zeitausgleich nehmen – oder versuchen, mit dem Chef ein Quarantäne-Home-Office auszuhandeln. „Dies beruht aber auf Freiwilligkeit und muss nicht akzeptiert werden“, weiß AK-Arbeitsrechtsexperte Philipp Brokes. „Ausnahme: Es gibt bereits eine bestehende Home-Office-Vereinbarung. Das Risiko liegt bei den Beschäftigten, etwaige Unregelmäßigkeiten wären ein Kündigungsgrund.“ Entwarnung gibt Brokes für eine Covid-19-Erkrankung nach dem Auslandsurlaub: „Egal, wo man sich infiziert hat, es handelt sich um einen ‚normalen‘ Krankenstand. Nach aktuell geltendem Epidemiegesetz ­bekommt der Arbeitgeber die Kosten dafür vom Bund refundiert.“

Wichtige Infoquellen für Reisende


>> Zum Download: Pauschalreiseangebote in Destinationen ohne Quarantänepflicht


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