Tiefschnee-Genuss statt Pistentrubel

Der alpine Winter hat weit mehr zu bieten als Skipisten und Gondelbahnen. Wahre Erholung findet man in der unberührten, tief verschneiten Natur – beim Freeriden, Schneeschuhwandern, Fatbiken oder bei einer Skitour.

Wer Freeriden möchte, jedoch schweißtreibende Aufstiege scheut, wird in der Hochkönig-Re­gion in Salzburg fündig: Die Kingsline Freeride-Tour nutzt zwar die Aufstiegshilfen, Skipisten jedoch werden gemieden. Der Skiguide kennt die besten Runs, dazwischen sind nur kurze Aufstiege zu absolvieren. Aus­ge­pow(d)ert geht es zum gemütlichen Abschluss, dem kulinarischen Erlebnis „Wine&Dine“.
Eine gelungene Freeride-Tour ist immer vom Wetter und den Schneeverhältnissen abhängig. Aber wie soll man im Voraus wissen, wo es passt? Der Allgäuer Veranstalter „Hafenmair Berge erleben“ hat die perfekte Lösung: Unter dem Motto „Sie buchen – wir suchen“ entscheidet Bergführer Martin Hafenmair bei „Freeride surprise“ ganz kurzfristig, wohin die Reise geht. „Oft wechseln wir täglich mit dem Tourbus die Location“, erklärt er.
Jeder Tiefschneefreak träumt von Heliskiing, aber Kanada ist aufwendig und teuer. Dieses Nonplusultra ist auch in Norditalien möglich: Die Regionen Val Malenco in der Lombardei und in Alagna Valsesia nahe dem  Monte Rosa (Piemont) bieten meist unverspurte Runs mit bis zu 2.200 Höhenmeter Differenz – bis hin zu extrem anspruchsvollen Varianten mit Abseilpassagen.
 
Die alpinen Gefahren erlernen

Was noch nicht ist, kann bald werden: Für ambitionierte Einsteiger, die sich künftig auch allein im freien Gelände bewegen möchten, gibt es ein immer größer werdendes Angebot an Free­ride- und Lawinen-Camps: Inhalte sind Tiefschneetechnik und Powder-Genuss (für Skifahrer wie Snowboarder), Sicherheitstraining in Theorie und Praxis. Umfangreiche, fundierte Kursprogramme an zahlreichen Orten bieten der Österreichische Alpenverein (Risk’n’fun-Camps) und der DAV Summit Club. Die Kurse sind für alle offen, für Nichtmitglieder eine Spur teurer.
Warth-Schröcken in Vorarlberg ist Veranstaltungsort von „Freeride& Safety mit SAAC“ (SAAC – Snow&Al­pine Awareness Camps) zu drei Terminen 2019. Vom 16. bis 17. März präsentiert hier das größte „FreerideTestival“ kostenloses Testmaterial, Sicherheits- und Fahrtechniktraining. In Lech Zürs am Arlberg findet vom 30. November bis 1. Dezember die große „Snow&Safety Conference“ statt – mit Experten-Workshops und Exkursionen ins Gelände (www.lech-zuers.at/snow-and-safety-conference).

Die weiße Spur in der Wildnis

Skitourengeher finden in Kärnten ein variables Angebot, das Wildnis mit Wellness kombiniert: Den Nockberge-Trail. Diese Skitraverse durchquert in vier Tagesetappen den Biosphärenpark Kärntner Nockberge, genächtigt wird in komfortablen Wellness-Hotels. Österreichs erster online buchbarer Skitouren-Trail ist von der Dauer variabel, wahlweise gibt’s  Guide, Gepäck- oder Shuttle-Service dazu.

Durch den Winterwald stapfen


Schneeschuhwandern entwickelt sich zunehmend zur Trendsportart. Im steirischen Gesäuse werden Einsteiger-BaseCamps für Schneeschuhwandern (sowie für Skitouren) angeboten. Im kommenden Winter setzt die Steiermark ganz auf die Zielgruppe der Schneeschuhwanderer, die immer jünger wird und im Durchschnitt 30 bis 50 Jahre alt ist. Speziell die sanften Bergformationen des Murtales bieten das ideale Gelände. Einzigartig in Österreich ist das größte Schneeschuhfestival, das hier vom 18. bis 27. Jänner 2019 zum zweiten Mal stattfindet – mit 30 Veranstaltungen, Vorträgen und geführten Touren in drei Schwierigkeitsklassen (www.aufschneeschuhwandern.at).
Schneeschuhwandern lässt sich auch mit nächtlichen Naturabenteuern kombinieren: So kann man im Murtal in der Jurte übernachten oder ein eigenes Iglu bauen, samt optionaler Übernachtungsmöglichkeit (z. B. in Oberösterreich in der Pyhrn-Priel-Region oder mit „Outdoor Leadership“ in Obertraun samt Yeti-Dachstein-Überquerung). Noch mehr Abenteuer offeriert der erfahrene „Outdoor-Leader“ Heli Putz: er ergänzt Schneeschuhwandern mit Klettersteig-Anstiegen, Abseilen, Natural Rope Course, Seilswing oder Flying-Fox (Seilrutschen).
Sehr genussvoll geht es beim Schneeschuhwandern auf der Südtiroler Seiseralm, der größten Hochalm Europas (1.680 bis 2.350 Meter), zu: Ziel ist die Berglertafel, ein hochwertiges Flying Buffet mit regionalen Spezialitäten und edlen Tropfen. Garniert wird mit Panoramablick auf den Rosengarten, urigen Sitzgelegenheiten aus Stroh, offenem Feuer, Live-Musik und Glühwein.
Im „Heiligen Land Tirol“ ist Winterwandern ohne Schneetellern an den Füßen durch den Winterwald nach Skifahren bereits die zweitwichtigste Winteraktivität der Gäste (knapp 20 Prozent). Um die alpinen Räume auch in der kalten Jahreszeit künftig einfacher und intensiver erlebbar zu machen, bietet die Tirol Werbung mit 16 Regionen ein landesweites Angebot mit hohen Qualitätsstandards, zertifizierten Winterwanderbetrieben und über 80 Tourenempfehlungen (www.tirol.at/winterwandern). Die Winterwanderwege sind beschildert, geräumt und gewartet, auf der Strecke warten gemütliche Berghütten.
Das urige Bergsteigerdörfchen Kartitsch im Osttiroler Gailtal (1.356 Meter) ist das erste Winterwanderdorf Österreichs. Seefeld offeriert den ersten Winter-Weitwanderweg Tirols, der in vier Tagen von Leutasch über das Landschaftsschutzgebiet Wildmoos bis Mösern führt. Weiters gibt es Tierbeobachtungen mit Rangern oder Nature Watch mit Swarovski-Ferngläsern im Naturpark Karwendel oder Gesundheitswandern mit physiotherapeutischen Übungen im Wipptal.
Das wissenschaftlich fundierte Natur- und Gesundheitsprogramm Waldness, das auf die (medizinisch erwiesenen) Heilkräfte des Waldes setzt und seit Sommer 2018 im oberösterreichischen Almtal angeboten wird, gibt es nun auch als Winterversion – samt Winter- und Schneeschuhwandern sowie Wald-Wyda (europäisches Yoga).

Vielleicht mal Lust auf etwas ganz anderes?

Radfahren im Winter? Warum nicht! Schneetaugliche Fatbikes mit extrem breiten Stollenreifen machen das möglich. Der neue Trendsport wurde vor rund zehn Jahren in Nordamerika entwickelt und erobert nun auch die Alpen. In Ramsau am Dachstein warten über 170 Kilometer Winterradwege sowie geführte Fatbike-Touren für alle Ansprüche (ab 14 Jahre). Unser westlicher Nachbar Schweiz offeriert ein umfangreiches Fatbike-Angebot: in Gstaad (Berner Oberland), in St. Moritz, Di­sentis (Graubünden) und in der Aletsch Arena im Wallis (www.myswitzerland.com). In Gstaad findet mit dem Snow Bike Festival (24. bis 27. Januar 2019) zudem das einzige UCI-Rennen auf Schnee statt (www.gstaad.ch).
Im schweizerischen Muotathal werden Gäste zu Mushern und fahren mit dem Hundeschlittengespann durch die Winterlandschaft (Husky-Lodge mit Hüttenhotel – www.erlebniswelt.ch). Auch in Vorarlberg kommen Tierliebhaber auf den Hund (siehe Tabelle).

>> Zum Download: Die schönsten Berg- und Winterabenteuer abseits der Piste


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