Full-Service für Fritteusen

Das Franchise-System Filtafry bietet einen mobilen Service für Fritteusen und ist auf der Suche nach weiteren Partnern in Österreich.

Foto: Filtafry

Bevor Philipp Kastan nach Tirol zog, war er 13 Jahre lang als Logistikverantwortlicher tätig. Umzugsbedingt „wollte ich nicht mehr angestellt, sondern mein eigener Chef sein“, sagt er. „Ich habe mich für Filtafry entschieden, weil der Einstieg recht kostengünstig und der Markt groß ist: Gastronomie und Fritteusen gibt es überall“, erzählt Kastan. Filtafry bietet einen mobilen Full-Service für Fritteusen: Speiseöl wird aufgefiltert und währenddessen die Fritteuse gereinigt. Die Lebensdauer des Öls wird verlängert und Gastronomen können den Verbrauch etwa um die Hälfte reduzieren. Zunächst wird der TPM-Wert („fettverderbende Stoffe“) gemessen und je nach Qualität das Öl gefiltert oder ausgetauscht. Altes Öl landet bei einem zertifizierten Entsorger und wird schlussendlich zu Bio-Diesel verarbeitet.

30 bis 40 Fritteusen pro Tag

Zu Beginn erhielt Kastan einen viertägigen Theoriekurs in Deutschland. Wieder in Österreich nahm der Neo-Franchise-Nehmer seinen geleasten Ford Transit in Empfang, um damit nur wenige Wochen später wieder nach Deutschland zu fahren. Schließlich wartete neben der Theorie auch ein Praxistraining auf Kastan. Zeitgleich wurde das Auto Filtafry-tauglich umgebaut: „Es werden zum Beispiel Regale und Vorrichtungen für die Ölfiltermaschine eingebaut und das Auto foliert.“ Derweil erlernte Kastan an der Seite eines erfahrenen Franchise-Nehmers die operativen Abläufe. „Wir starteten um halb fünf morgens und haben täglich zwischen 30 und 40 Fritteusen gereinigt“, erinnert er sich. Für die Fahrtkosten musste Kastan selbst aufkommen.

Im September letzten Jahres war für Kastan der offizielle Start in Tirol. In der ersten Woche erhielt er Unterstützung von einem Mitarbeiter aus der Zentrale. „Gleich Montag früh sind wir zum ersten Kunden gefahren und haben den Service gemacht. Danach ging es mit Kundenakquise weiter“, so Kastan, der dabei persönlich Lokale abklapperte. Filtafry richtet sich an alle, die professionell frittieren, sprich: Restaurants, Caterer oder Betriebskantinen. Interessant ist der Service vor allem bei Lokalen, die besonders viel frittieren, wie Burger-Läden. Kastans Arbeitstag beginnt meist frühmorgens und endet gegen elf Uhr vormittags. Danach beginnt das Mittagsgeschäft. Nachmittags oder abends kann teilweise wieder serviciert werden. Ein- bis zweimal pro Woche führt Kastan den Service bei seinen Kunden durch. Filtern und Reinigen kostet pro Minute einen Euro. Für ein Lokal mit vier Fritteusen ist eine Stunde zu kalkulieren. Seit Februar bietet Kastan den Service auch in Wien an.

Zweiter „Standort“mit reduzierten Gebühren

Der Franchise-Geber gibt einen Wagen (Hochdachkombi) vor. Die Einstiegsgebühr in der Höhe von 29.500 Euro deckt die Kosten für die Erstausstattung sowie das Training. Um anfangs rascher auf wachsende Kundenzahlen reagieren zu können, bezahlen Franchise- Nehmer für die Ausstattung des zweiten Autos (ein Auto entspricht einem „Standort“) knapp die Hälfte. Ab dem dritten Van müssen wieder 29.500 Euro hingelegt werden. Mittelfristig möchte Kastan in Wien und Tirol auf jeweils fünf Autos expandieren. Er hat ein Home-Office und in beiden Bundesländern 15 bis 20 Quadratmeter große Lagerräumlichkeiten für Ersatzteile und Öl gemietet. Bei Kundenterminen wird Kastan von einem Teilzeitmitarbeiter in Innsbruck und einer Vollzeitkraft in Wien unterstützt, so bleibt mehr Zeit für Akquise.

GEWINN-Fazit

Filtafry wurde 1996 in England gegründet, Hauptsitz ist heute in Orlando (USA). Weltweit gibt es über 600 Standorte, davon zwei in Österreich (Wien und Tirol). Das „Rundum-sorglos-Paket“ filtern und reinigen ist nachhaltig und am Puls der Zeit. Obendrein bietet Filtafry Speiseöl zum Verkauf, eine Vorort-Ersatzfertigung von Kühlschrankdichtungen sowie regelmäßige Abflussreinigung an, was zusätzliche Einnahmen generiert. Weil Großkunden oder Ketten den Filtafry-Service nutzen, starten neue Franchiser oftmals mit wartenden Kunden. Auch Kastan konnte gleich einen übernehmen. Insgesamt läuft sein Geschäft „ganz gut“. Die Gewinnzone ist mit rund 20 Kundenbesuchen pro Woche und Fahrzeug erreicht. Investitionskosten und Personalaufwand sind überschaubar. Mit Arbeitsbeginn in den frühen Morgenstunden müssen Franchise-Nehmer rechnen.

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