Waschanlage für Hunde

Das italienische Franchise-System Washdog sucht weitere mutige Partner für Pionierarbeit unter Hundebesitzern in Österreich.

Martin Brozek führt die Washdog-Filiale in Wien-Donaustadt und gewinnt mit viel Marketing laufend neue Kunden (Foto: Michael Hetzmannseder)

Dem fluffigen Samojeden dürfte es gefallen haben, sein Herrl Martin Brozek war jedoch noch viel mehr begeistert. Nach dem ersten Besuch einer SB-Hundewaschbox von „Washdog“ in Wien-Liesing war für Martin Brozek klar: „So etwas will ich auch.“ Ohne zunächst zu wissen, dass dies ein italienisches Franchise-System ist, das mit der Filiale in Liesing seinen ersten Standort in Österreich hat und somit der hiesige Franchise-Master ist. Im Gespräch mit Geschäftsführer Mario Pagani machte Brozek bald Nägel mit Köpfen und ging auf die Suche nach einem geeigneten Standort. Die Wahl fiel auf Wien-Donaustadt. „Dort herrscht die höchste Hundedichte Wiens“, berichtet Brozek. 

Die Anforderungen an ein Geschäftslokal gibt der Franchise-Geber vor. Es muss eine Erdgeschoßfläche von mindestens 80 Quadratmetern sein, samt großer Auslagenfront. Fündig wurde Brozek dann in einem Wohnhaus nahe der Veterinärmedizinischen Universität. Ebenso wichtig, ein Parkplatz, „denn Kunden kommen zum Waschen gerne mit dem Auto“, weiß Brozek aus eigener Erfahrung.

Bei der Inneneinrichtung gab es wenig Spielraum. Brozek schickte den Grundriss in die Zentrale nach Italien und zurück kamen drei fertige Konzepte, wie die Washdog-Filiale auszusehen hat. Brozek hat aufgrund der Lokalgröße zwei Nirosta-Waschboxen – eine Investition von rund 55.000 Euro. Hinzu kamen noch 10.000 Euro für Lieferung, Aufstellung und Einbau. Brozek hat sich noch zusätzlich für eine Trockenfönbox um 7.000 Euro entschieden. Sie dient als Zwischendurch-Reinigung, für alle, die ihren Vierbeiner nicht nass machen wollen. Die gesamte Ausstattung muss man von der italienischen Zentrale kaufen.

Minutengenaue Abrechnung

Eingeschult wurde Brozek eine Woche beim Österreich-Master Pagani. Im Fokus stand dabei die Einschulung in die Waschboxen, in denen es einen Duschkopf für wahlweise Wasser und Shampoo gibt, sowie eine Föndüse. Das ist wichtig, denn Brozek muss dieses Wissen seinen Kunden weitergeben, ist doch Washdog 24/7 mittels Magnetkarte zugänglich. Waschen müssen die Kunden selbst, abgerechnet wird mittels Prepaid-Karte und nach Benützungszeit.

Ein Kunde gibt im Schnitt zwölf bis 15 Euro pro Wäsche aus. Dabei kos­tet eine Shampoominute zwei Euro, Warmwasser 80 Cent sowie Fönen 90 Cent.

Sieben Monate sind von der Idee bis zur Eröffnung vergangen. „Die ­Italiener arbeiten im August nicht. Dafür ist zur Eröffnung der Italien-Chef persönlich angereist“, erinnert sich ­Brozek. Jetzt im laufenden Betrieb besucht Österreich-Master Pagani seinen Schützling einmal im Monat.

Nach sieben Monaten im Business zeigt sich der Franchise-Nehmer zufrieden: „Obwohl Washdog in Österreich noch recht unbekannt ist, bin ich vom Kundenansturm positiv überrascht“, so sein Fazit. Doch dafür legt er sich auch ordentlich ins Zeug: Einmal pro Monat verteilt er Flyer in Hundezonen, stellt auf Messen aus und bespielt seine Social-Media-Kanäle. So hat er mittlerweile 200 Kunden gewonnen, rund zehn neue kommen pro Woche dazu.

Den hinteren Bereich seines Geschäfts vermietet Brozek einer Hundefriseurin. Sie beteiligt sich aktuell an der Miete. Diese Kombination ist zwar nicht vorgeschrieben, aber geschickt. Sie erwirtschaftet beim Österreich-Mas­ter Pagani im Angestelltenverhältnis rund die Hälfte des Umsatzes. Das ist auch Brozeks Ziel.
Weiteres Personal ist nicht notwendig. Washdog sollte an fünf Tagen pro Woche je fünf Stunden geöffnet haben, um neue Kunden einzuschulen.

GEWINN-Fazit

Das italienische Franchise-System Washdog gibt es seit 2001 und hat derzeit 100 Filialen, etwa in Deutschland, Spanien und Frankreich. Die Idee ist nicht neu, denn solche Hundewasch-stationen gibt es bei manchen Filialen des Tierbedarfgeschäfts „Das Futterhaus“. Allerdings befinden sie sich oft im Außenbereich und haben keinen Hundefriseur.

Bei mehr als einer halben Million Hunden in Österreich ein interessanter Markt mit Potenzial. Die Ausstattung mit hochwertigen und hygienischen Waschboxen bringt hohe Investitionskosten mit sich, die aber gleichzeitig die Einstiegsgebühr darstellen. Auf der anderen Seite gibt es verhältnismäßig wenig Unterstützung beim Marketing. Und die wäre notwendig, denn Hundewaschanlagen genießen noch keinen hohen Bekanntheitsgrad hierzulande.

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