Österreichs beste Exporteure

Der Global Player des Jahres heißt Fronius. Die weiteren Sieger des diesjährigen Exportpreises sind Beat the Street, Infineon, Novomatic, Rubble ­Master, Schiebel und Vizrt. Der Expat 2018 ist Stefan ­Mugitsch von VAMED.

Mit mehr als 300 Einreichungen für sechs Kategorien konnte die Rekordbeteiligung beim Exportpreis aus dem Vorjahr wiederholt werden. Entsprechend viel Arbeit hatten die Experten der elfköpfigen Jury, die Ende Mai noch unter dem Vorsitz von Ex-WKO-Präsident Christoph Leitl zusammentraf, um die Sieger in sechs Kategorien zu wählen. Außerdem war der Global Player des Jahres zu küren. Von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA vergeben wurde zudem der „Expat Award“.
Der Exportpreis wird seit 1994 verliehen und zählt zu den prestigeträchtigsten Auszeichnungen des Landes. Für den Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA soll er aber vor allem eine „Wertschätzung für unsere erfolgreichen Wegbereiter im Export sein“, so Michael Otter: „Die Leistungen unserer Exportwirtschaft können gar nicht genug gewürdigt werden. Mit der Verleihung des Österreichischen Exportpreises bitten wir erfolgreiche Exporteure vor den Vorhang.“
In diesem Jahr fand die Verleihung durch Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, und Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, am 21. Juni im Rahmen der Exporters’ Nite 2018 statt. Diese bildete den Höhepunkt des bereits 16. Österreichischen Exporttags, der als größte Exportmesse des Landes ebenfalls ein alljährlicher Fixtermin im Kalender der heimischen Exportwirtschaft ist.

Global Player 2018: Fronius International GmbH

„Leidenschaft für neue Technologien, intensive Forschungsarbeit und revolutionäre Lösungen.“ Dafür steht Fronius seit der Gründung 1945. Damals hatte sich Günter Fronius über die kurze Lebensdauer der Autobatterien geärgert, die er in seinem Elektrogeschäft im oberösterreichischen Pettenbach verkaufte. Also entwickelte er und revolutionierte die Batterieladetechnik.
Bis heute ist die  Umwandlung und Steuerung von Energie das Kern-Know-how von Fronius, das aber in drei Bereichen, in denen das Unternehmen zur absoluten Weltspitze zählt: Perfect Welding (Schweißtechnik), Solar Energy (Photovoltaik) und Perfect Charging (Batterieladetechnik). „In diesem großen Feld der Energieumwandlung werden wir auch weiterhin tätig sein. Dabei ist uns eines ganz besonders wichtig: nachhaltiges Handeln. Das ist es, was wir machen und woraus unsere Mitarbeiter ihre Motivation schöpfen“, erklärt Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß. Sie ist die Enkelin des Gründers und seit 2011 Vorsitzende des Vorstandes der Fronius International GmbH.
Dass Fronius ein Famlienunternehmen ist, hat die internationale Expansion nicht gehindert. Im Gegenteil, ist Engelbrechtsmüller-Strauß überzeugt: „Ich sehe darin nur Vorteile: Wir können als Familienbetrieb längerfristig agieren und sind in keiner Weise von Shareholder Value getrieben. Eigentümer von Fronius ist eine Familienstiftung, die in Krisenzeiten als Bank für das Unternehmen fungiert und uns somit zusätzliche Sicherheit gibt.“

Global Player werden und bleiben

Von Krise ist bei Fronius aber weit und breit nichts zu sehen. Aktuell zählt das Unternehmen mehr als 4.550 Mitarbeiter, davon rund 1.550 im Ausland. Dort in 30 Tochtergesellschaften auf vier Kontinenten. Dazu kommen Vertriebspartner bzw. Repräsentanten in mehr als 60 Ländern. Der Konzernumsatz 2017 belief sich auf 647 Millionen Euro, wovon 91 Prozent im Export erzielt wurden.
Fronius ist also ein echter Global Player. Aber wie schafft man es, eine solche Spitzenposition zu halten und auszubauen? Eine Antwort könnte in den 1.241 Patenten zu finden sein , die Fronius aktuell hält. Engelbrechtsmüller-Strauß: „Neues entsteht bei uns nicht nur in der Forschung und Entwicklung. Unsere Mitarbeiter haben jederzeit die Chance und Möglichkeit, Innovationen anzustoßen und umzusetzen.“ Außerdem entwickeln sich Innovationen bei Fronius durch Gespräche mit Kunden und Lieferanten sowie durch die Zusammenarbeit mit externen Forschungseinrichtungen.
Der entscheidende Motor ist aber, stets „hungrig und neugierig“ zu bleiben, ist Engelbrechtsmüller-Strauß überzeugt: „Man darf sich nicht auf den Erfolgen ausruhen, muss offen für Neues sein und in Veränderungen Chancen erkennen.“
Dabei sei es auch wichtig, sich selbst und vergangene Entscheidungen zu hinterfragen, so Engelbrechtsmüller-Strauß: „Darüber hinaus legen wir großen Wert auf unseren Teamspirit, denn vorne bleiben kann nur, wer gemeinsam an einem Strang zieht.“ Und das ist ja auch eine typische Qualität von Familienunternehmen.

>> Zum Download: Österreichischer Exportpreis 2018 – Alle Sieger im Überblick


>> Zum Download: Die Exportpreissieger 2018 im Detail

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