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Porträt: Bernhard Spalt, CEO Erste Group – Mehr als ein Risk-Manager

Der Mann kann Bank, Krise und Wachstum! Der neue Chef der Erste Group holte sich in den letzten Jahrzehnten im Konzern wertvolle Erfahrungen in der Bewältigung aller möglichen und unmöglichen Ereignisse – von Österreich bis Rumänien.

 

(Foto: Erste Bank/Wolfgang Zac)

Was ist die passende Headline für das Porträt eines Topmanagers, der erst seit fünf Monaten an der Spitze einer der für die österreichische Wirtschaft wichtigsten Bankenholdings des Landes steht? „Der Nachfolger von Andreas Treichl“? Schließlich trat Spalt in riesige Fußstapfen einer lebenden Banklegende, die aus einer kleinen Sparkasse einen zentraleuropäischen Bankkonzern schmiedete (in sieben Ländern, 245 Milliarden Euro Bilanzsumme) und diesen unglaubliche 23 Jahre lang als CEO leitete.

Aber das passt nicht! Bernhard Spalt ist laut Friedrich Rödler, Aufsichtsratspräsident der Erste Group, mehr als ein „bloßer Nachfolger“. Er bezeichnet den 51-jährigen gebürtigen Vorarlberger als „tief mit der Tradition und der DNA der Erste Group verbunden“. Spalt hat seine gesamte Berufslaufbahn innerhalb der Ersten verbracht, er will und soll den Konzern weiter ausbauen. Rödler: „Er setzt sich mit Leidenschaft dafür ein, die Bank so weiter zu entwi ckeln, dass sie den Erwartungen der nächsten Generation entspricht.“

„Nachfolger“ greift also zu kurz. In solchen Fällen widmet man sich dem Lebenslauf (Seite 76 des Mai-GEWINN) des zu Porträtierenden, und aus diesem schreit einem eine Berufsbezeichnung förmlich entgegen: Chief Risk Officer (CRO) – Vorstand Risikomanagement. Wenn das mal kein aufgelegter Elfmeter ist: „Wie der neue Erste-Group-CEO Bernhard Spalt die Corona-Krise managt.“

Das wäre jedoch ein zu Unrecht gepfiffener Elfer. Zwar arbeitete Spalt 13 Jahre als CRO, ihn aber darauf zu reduzieren, wäre zu oberflächlich, da muss man tiefer blicken. Niemand setzt einen Risikomanager an die Spitze einer Bankenholding, um diese auszubauen. Da braucht es mehr, um das zu schaffen.

„Gutes“ Timing

Wie wurde ein Jus-Absolvent, der 1991 in der Rechtsabteilung anfing, zum neuen Hoffnungsträger? Bis dato fiel er nicht als extrovertierter Visionär mit Hang zur provokativen Rhetorik, sondern als ruhiger, fast introvertierter faktenbasierter Analyst und überlegter Entscheider auf. Eigenschaften, die gerade in Pandemiezeiten empfehlenswert sind, ist Spalt doch mit zahlreichen Formen von Krisen vertraut. „Ich hatte schon immer ein ,gutes‘ Timing“, witzelt Spalt selbst mit dem für ihn typisch trockenen Humor. „2006 bin ich zum Beispiel in den Holding-Vorstand gekommen, ganz knapp vor der folgenden weltweiten Finanzkrise, mit der ebenfalls niemand gerechnet hat.“

Oder sieben Jahre zuvor, als er 1999 nach Tschechien ging. „Schon damals war unsere Kernstrategie, in jene Länder gehen zu wollen, die in die EU kommen“, erinnert er sich. Die Erste hatte eine „winzig kleine Bank drüben, die Erste Bank Praha CR, mit 20 Filialen. Ich war in Österreich Vorstandssekretariatschef und wollte dorthin, weil ich glaubte, dass es eine echte Chance gibt, in Tschechien eine Bank zu kaufen, und fand, es sei für meine persönliche Entwicklung ebenfalls richtig und wichtig.“ Er überzeugte Treichl, dass ihn dieser entsendete, „jeder andere sagte mir, du hast einen Vogel, dorthin zu gehen, wo nur eine 200-Mann-Bude ist“.

In der aktuellen Mai-Ausgabe des GEWINN finden Sie detaillierte Informationen über die "Tour de CRO" von Bernhard Spalt und seine Zukunkftspläne für die Erste Group – jetzt neu in Ihrer Trafik!

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