Privat­unis im Aufwind

Die Zahl der Studierenden an Privat­universitäten nimmt zu. Ein Über­blick über deren Studienangebot und bis wann man sich bewerben kann.

 

Foto: jacoblund - GettyImages.com

Sie sind großteils eher kleine Universitäten, bieten sehr spezialisierte Ausbildungen an und einige Studien kosten bis zum Abschluss sehr viel Geld. Doch ihre Beliebtheit erfährt ungebremst einen Höhenflug. Von 3.886 im Jahr 2007 auf 12.775 „Ordentlich Studierende“ 2017 an damals elf und heute 14 Privatunis. Insgesamt nahmen im Wintersemester 2017 13.530 Studenten das Angebot in Anspruch.

Die Studierendenzahlen werden weiter steigen. Schließlich gibt es die 14. – die „Bertha von Suttner Privatuni“ – erst seit letztem Jahr und sie nimmt heuer erstmals Studenten auf. Im Vergleich zu den Pädagogischen Hochschulen (Pädak) mit 13.232 Studierenden, den Fachhochschulen mit 51.522 Studierenden und den Universitäten mit 278.052 Studierenden, sind die Privaten knapp daran, die Pädaks zu überholen. Es sind zwar „nur“ 3,5 Prozent der gesamten Studenten in Österreich, doch die haben es an Spezialitäten in sich.

Das Studienangebot

Drei von 14 widmen sich der Musik. In Wien einerseits die Musik und Kunst Privatuni sowie die noch junge JAM Music Lab Privatuni (siehe Tabelle unten). Erstere ist vor allem klassisch orientiert, die anderen haben sich zu einem Spezialisten für Jazz und Popmusik entwickelt. In Linz wiederum findet sich die Anton Bruckner Privatuni für jede Musikrichtung.

Die zweite große Studienrichtung ist die Medizin. Waren es ursprünglich vor allem die Zahnmedizin an der Danube Private University in Krems und der Sigmund Freud Privatuni in Wien, gibt es mittlerweile alles rund um Human- und Gesundheitswesen auch an der Karl Landsteiner Privat­uni in Krems, der Paracelsus Privatuni in Salzburg und der UMIT in Tirol. Wobei die Paracelsus als einzige auch Pharmazie anbietet und die UMIT stark in Informatik und Technik ist.

Das nächste größere Gebiet der Privatunis ist die Psychologie und -therapie. Hier sind es vor allem die Sigmund Freud Privatuni, die Karl Landsteiner und die neue Bertha von Suttner Privatuni in St. Pölten, die in diese Richtungen gehen.

Wie der Name vermuten lässt, ist die Katholische Privatuni in Linz vor allem für theologische Fragen zuständig, aber auch Philosophie und Kunst sind ihr Gebiet. Das Modul ist schon lange bekannt für seine Tourismus-Ausbildung, die New Design Uni geht nicht nur in Richtung Design und Technik, sondern bietet auch eine Business-Ausbildung. Wirtschaft und Event-Management ist wiederum vor allem in Schloss Seeburg zu finden und die amerikanische Webster University ist auch schon ewig aus dem Wirtschaftssegment nicht mehr wegzudenken.

Alle bieten zu einem großen Teil ihre Studiengänge auch berufsbegleitend beziehungsweise mit vielen Online/Blended-Learning- Möglichkeiten an.

Die Neue

Die Bertha von Suttner Privatuni in St. Pölten bietet Psychotherapie und startet ein völlig neuartiges Studium der Soziokulturellen Arbeit – beide in berufsbegleitendender Form. „Die Bertha von Suttner Privatuniversität soll ein Entwicklungsraum für die Gesellschaft der Zukunft sein. Deshalb stehen bei uns das gemeinsame Lernen, das gemeinsame Prob­lemlösen im Mittelpunkt. Über disziplinäre Grenzen hinweg und über den engen hochschulischen Raum hinaus. Wir bilden Menschen aus, die sich in solchen Settings erfolgreich bewegen können“, erklärt Rektor Peter Pantuček-Eisenbacher das Konzept. Für den neuen Studiengang Soziokulturelle Arbeit geht die Anmeldung noch bis Juni. Den Psychotherapie-Master wird es erst ab 2021, gleichzeitig mit dem Umzug in den Campus St. Pölten geben.

Silvia Weigl, „Kanzlerin“ (Geschäftsführerin) der Bertha von Suttner Privatuni, ergänzt: „Dabei legen wir großen Wert auf die Verbindung von Praxis, Theorie und Forschung. Durch die Form der Privatuniversität können wir auch Studiengänge anbieten, die an öffentlichen Universitäten nicht oder noch nicht angeboten werden. Wir sehen uns als Vorreiter für die Entwicklung der künftigen Bildungslandschaft.“

Die neue kleine Privat­uni arbeitet eng mit der FH St. Pölten zusammen und wird auch deren Seminarräume, Bibliothek und schließlich eben auch den Campus gemeinsam nutzen. Während der Anwesenheitsblö­cke geht es vor allem um Diskussionen, Übungen, Dialog und Kooperation, während der Rest in Form von „Blended-Learning“ mit Lehrvideos und allen möglichen Online-Lernmethoden abläuft. Die Kos­ten pro Semes­ter liegen zwischen 2.900 und 6.300 Euro.

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.