Starker Andrang um FH-Ausbildungen mit Jobgarantie

Zukünftige Ergotherapeuten, Hebammen, Diäto­logen, Logopäden, Orthoptisten, ­Physio­therapeuten, Soziale-Arbeit- und Sicherheitsmanager aufgepasst: Die Bewerbungen für die begehrten Plätze in ­diesen Fachhochschul-Studiengängen starten!

Ausbildungen an Fachhochschulen wie jene zur Hebamme oder zum Logopäden sind sehr begehrt – die Bewerbungen dafür starten jetzt! (Foto: asto80 - Thinkstock.com)

Es klingt einfach, doch es ist eine sehr komplexe Ausbildung. Unter dem Überbegriff Gesundheit und Soziales finden sich die ersten Fachhochschul- (FH-)Studiengänge, die ab sofort Bewerbungen für das Studium ab Herbst 2019 annehmen und deren Fristen bis spätestens Mitte März laufen. Nur die FH für Gesundheit in Oberösterreich öffnet ihre Bewerbungspforte später und hat sie dafür länger offen.
Es sind auch jene Studiengänge, die den höchsten Andrang an Interessenten erleben. Auf einen Studienplatz kommen im schlimmsten Fall bis zu fast 30 Bewerber! Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig für einen Platz zu bewerben.

Perspektive Jobgarantie

Beim MTD(Medizinisch-technische-Dienste-)Forum Mitte November kamen die Experten zu dem gemeinsamen Schluss, „dass durch die demografische Entwicklung sowie die Zunahme chronischer Erkrankungen und aufgrund der Ressourcenknappheit viel mehr die Kompetenzen der MTD-Berufe in Zukunft gebraucht werden und die sieben Berufe noch verstärkter auftreten müssen. Ohne MTD-Berufe gibt es keine funktionierende Gesundheitsversorgung!“

Die meisten dieser sieben Berufe – Biomedizinische Analytik, Diä̈tologie, Ergotherapie, Logopädie, Orthoptik, Physiotherapie und Radiotechnologie   – plus Hebamme sowie Soziale Arbeit starten ab sofort ihre Bewerbungsfristen bis Mitte März 2019 (siehe Tabelle S.88). Etwas früher als der Großteil der rund 400 FH-Studiengänge, bei denen die Bewerbungsannahme erst im neuen Jahr beginnt (wie jene der erwähnten FH für Gesundheit in Oberösterreich) und bis in den Sommer andauern wird (Näheres zu diesen Studien im Laufe des Jahres, GEWINN wird berichten).

Nicht nur der Bewerberansturm ist groß, bei den Absolventen übertreffen sich sogar Angebot und Nachfrage. Bei einem eigentlich höheren Bedarf, als es Absolventen gibt, liegt die Jobgarantie bei 100 Prozent und durch eine beginnende Pensionierungswelle wird der erhöhte Bedarf in den nächsten zehn Jahren sicher nicht abreißen.

Die Studiengänge

Nicht jeder der in der Tabelle (unten) erwähnten FH-Studiengänge startet jährlich. Noch ein Grund, warum man sich genau überlegen soll, wann und wo man eine dieser Studien demnächst startet. Erfreulich: Die FH Campus Wien bietet ihre Studiengänge nun jährlich an. In Salzburg starten Orthoptik und He­b­amme erst wieder in zwei Jahren, dafür kann man sich für Ergotherapie dieses Jahr bewerben. Wer diesen Termin verpasst, kann es in Salzburg erst wieder in drei (!) Jahren probieren. Auch an der FHG Tirol kann man sich heuer für Diätologie oder Logopädie bewerben und dann erst in zwei Jahren wieder. Umgekehrt für die Hebammen. Im Studienjahr 2019 setzen sie aus, dafür endet die Bewerbungsfrist für das darauffolgende Jahr 2020 üblicherweise schon im Dezember. Also in genau einem Jahr.

Bei Ergotherapeuten geht es darum, den Patienten zu ermöglichen, kleine alltägliche Dinge vom selbständigen Anziehen bis zu kleinen Gartenarbeiten, die dem Patienten wichtig sind, wieder machen zu können. Physiotherapeuten hingegen werden als „Biopsychosoziale Einheit“ verstanden. Sie sind die Meister des Bewegungsapparates. Hebammen sind die Expertinnen der natürlichen Geburt und leiten sie auch, so lange es keine schwerwiegenden medizinischen Probleme gibt, völlig selbständig.

Die Studienrichtung Soziale Arbeit wiederum ist besonders universal und psychologisch angelegt. Am Campus Wien bietet das Studium sogar zum Abschluss die Berufsberechtigung als Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Also gleich zwei Qualifikationen. Bei Diätologen, Logopäden und Orthoptisten ist der Name schon Programm. Die Entwicklung der Ernährung, Sprache und der Augen – in diesem Fall die Hilfe zur Verbesserung der beiden Funktionen –  beziehungsweise zur Unterstützung, wie man sich nach schweren gesundheitlichen Problemen passend ernährt.

Diese Studiengänge unterteilen sich in zwei berufliche Richtungen. Einerseits jene, die man in Krankenhäusern, bei Ärzten oder beispielsweise in Rehabilitationszentren ausübt, und jene, die mindestens zur Hälfte als Selbständige ausgeübt werden. Letztere sind vor allem Ergo- und Physiotherapeuten, sowie Logopäden. Sie können auch über die Krankenkassen verschrieben werden, was den Weg zur Selbständigkeit erleichtert. Trotzdem arbeiten nahezu alle auch in einer fixen Anstellung oder als Selbständige in einer fixen Einrichtung mit. Ein großer Teil findet seinen zukünftigen Job schon während der laufenden praktischen Unterrichtseinheiten in den kooperierenden Krankenhäusern. Oder durch Kontakte über diese Krankenhäuser kommen sie zu Ärzten oder Pflegeeinrichtungen. Also auch hier ergibt sich meist schon während des Studiums der Einstieg ins zukünftige Berufsleben.

Einstiegsgehalt

Interessanterweise verdienen alle hier angeführten Absolventen das gleiche Einstiegsgehalt. Laut Gehaltsbarometer des AMS (Arbeitsmarktservice) liegt es bei 2.300 bis 2.550 Euro brutto pro Monat. Nur im Bereich Soziales geht ein bisschen mehr. Hier befindet sich der Einstiegsbereich zwischen 2.380 und 2.750 Euro.

Bei den Studiengängen für Polizei und Sicherheit in Wiener Neustadt gelten andere Voraussetzungen und Gehälter. Sie liegen mit Master-Abschluss überhaupt im sechsstelligen Bereich.

Die Bewerbung

Ausgenommen am FHG Tirol in Innsbruck werden Bewerbungen vorwiegend online angenommen. Gefordert werden Zeugnisse in Kopie bzw. bei so frühen Terminen wie jetzt eine Bescheinigung der Schule, Impfnachweise, Staats­bürgerschaftsurkunde und, fast am wichtigsten, ein überzeugendes Bewerbungsschreiben. Es muss hier klar zum Vorschein kommen, dass man genau diesen Beruf an dieser FH erlernen möchte. Einige Vorkenntnisse sind oft hilfreich. Denn gerade bei diesen Studiengängen bewerben sich auch viel mehr Interessenten, die bereits aus diesen oder ähnlichen Berufen stammen und jetzt noch die akademische Ausbildung machen oder in dem Bereich die Richtung wechseln wollen. Für diese Fälle muss man nicht unbedingt eine Matura oder eine Studienberechtigungsprüfung vorweisen. Doch wie sehr nur die Berufserfahrung zählt, muss individuell mit der FH-Leitung geklärt werden.

Hat man dann den Test und die Gesprächsrunden hinter sich, muss man noch ein ärztliches Attest zum Nachweis der körperlichen, geistigen und gesundheitlichen Eignung sowie einen Impfnachweis für Infektionskrankheiten wie MMR, Varicellen, Hepatitis oder eine Influenzaimpfung und einen aktuellen Strafregisterauszug erbringen.

Ein Erste-Hilfe-Kurs inklusive praktischer Übungen muss ebenfalls noch in den letzten Monaten absolviert worden sein. Älter als sechs Monate vor Abgabe wird von den FHs meist nicht akzeptiert. Schließlich wird vor dem Studienbeginn wie etwa bei der FHG Tirol noch extra ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen.

Links und Tipps

www.fachhochschulen.ac.at: Die Plattform der FH-Konferenz über alle ihre Fachhochschulmitglieder. Alles rund um die FH-Studiengänge.
www.fh-plattform.at: Infos und Tipps zu FH-Studiengängen, Studenten etc.
www.aq.ac.at: Die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung ­Austria (AQ) führt Daten und Fakten zu allen FHs.
www.bmbwf.gv.at: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Bestinfo.at: Alles zur BeSt³ – Berufs- und Studieninformationsmesse in der Wiener Stadthalle von 7. bis 10. März 2019. Die meisten FHs stellen dort auch aus und bieten Erstkontakte.

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