Bonus für mehr Personal

Seit 1. Juli können Unternehmen für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze den Beschäftigungs­bonus beantragen. Im Folgenden werden die Details erklärt.

 

Illustration: Erik Bauer

Lange wurde er angekündigt, noch vor der Sommerpause wurde im Nationalrat rasch der neue Beschäftigungsbonus beschlossen. Wer seit 1. Juli einen neuen Vollzeitarbeitsplatz schafft, kann ihn nun bei der Austria Wirtschaftsservice (aws) beantragen, die mit der Abwicklung des Ganzen beauftragt wurde. Derzeit arbeitet man noch an der Förderrichtlinie.

Wie hoch ist der Beschäftigungsbonus?

Der Beschäftigungsbonus besteht in einem 50-prozentigen Zuschuss zu den Lohnnebenkosten für die Dauer von bis zu drei Jahren. Die Auszahlung erfolgt aber erst im Nachhinein, und zwar ein Jahr nach Beginn des ersten geförderten Beschäftigungs-verhältnisses. Üblicherweise zahlt die aws aus, für Tourismusunternehmen ist es die Österreichische Hotel- und Tourismusbank.

Für die Zuerkennung des Beschäftigungsbonus gilt das Mühlenprinzip: Wer zuerst kommt, d. h. den Antrag stellt, mahlt (= kassiert) zuerst.

Wichtig zu wissen: Für den Beschäftigungsbonus stehen nicht unbegrenzt Mittel zur Verfügung, sondern es ist ein budgetärer Rahmen von zwei Milliarden Euro vorgesehen. Anträge können nach Maßgabe der vorhandenen Budgetmittel bis spätestens 30. 6. 2020 gestellt werden.

Apropos Limit: Die Bemessungsgrundlage des Bonus ist je geförder-tem Dienstverhältnis mit der jährlichen ASVG-Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt, die 2017 bei 69.720 Euro liegt.
Von ertragsteuerlichen Konsequenzen bleiben Arbeitgeber verschont, weil der Bonus gemäß § 3 Abs. 1 Z 35 EStG von der Einkommensteuer befreit ist.

Wer wird gefördert: Gibt’s Einschränkungen?

Abgesehen davon, dass der Antrag stellende Betrieb seinen Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich haben muss, existieren keinerlei Einschränkungen, weder branchen- noch rechtsformbedingt. Egal ob es sich um ein Kleinunternehmen, einen Mittelbetrieb oder um ein Großunternehmen handelt, alle können vom Bonus profitieren. Selbst Vereine sind begünstigt, sofern sie sich unternehmerisch betätigen (z. B. Verkauf von Vereinsartikeln), gleichfalls private Kindergärten und Schulen.

Welche Arbeitsverhältnisse sind begünstigt?

Es werden nur solche Arbeitsverhältnisse gefördert, die ab dem 1. 7. 2017 zusätzlich zu bestehenden Dienstverhältnissen in Form eines Vollzeitäquivalents (38,5 Wochenstunden) entstehen. Es bedarf eines vollversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses in der Sozialversicherung (Unfall-, Kranken- und Pensionsversicherung).

Vor dem 1. 7. 2017 geschaffene Arbeitsplätze sind nicht begünstigt. Als förderungsfähig gelten nur zusätzliche Arbeitsverhältnisse oder freie Dienstverhältnisse mit

 

  • arbeitslos gemeldeten oder in Schulungsmaßnahmen beim AMS befindlichen Personen mit geeignetem Aufenthaltstitel (z. B. österreichische Staatsbürgerschaft, „Rot-Weiß-Rot-Karte plus“, „Aufenthaltsberechtigung-plus“);
  • Abgängern von einer anerkannten Bildungseinrichtung mit oder ohne Abschluss (bei Abgang in den letzten zwölf Monaten);
  • Jobwechslern, die in den letzten zwölf Monaten zumindest ununterbrochen vier Monate lang in Österreich erwerbstätig waren.

Das Arbeitsverhältnis muss zumindest vier Monate kontinuierlich bestehen, wobei zur Bemessung dieser Frist der Beginn und das Ende der Pflichtversicherung des Arbeitnehmers herangezogen wird.

Bonus auch für Lehrlinge, Teilzeitarbeitskräfte, Neugründer?

Neu aufgenommene Lehrlinge (Beginn der Lehre) gehen hinsichtlich der Förderung leer aus. Erst bei Übernahme eines Lehrlings als Fachkraft steht der Bonus zu.

Für Teilzeitarbeitskräfte können Sie ebenfalls einen Bonus beantragen. Allerdings müssen diese zusammengerechnet das erforderliche Vollzeitäquivalent von insgesamt 38,5 Wochenstunden erreichen, weshalb Sie zumindest zwei Teilzeitarbeitskräfte benötigen.
Neugegründeten Betrieben steht der Weg zum Bonus auch offen, ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer hat aber zu bestätigen, dass die Neugründung nicht zur Umgehung der Förderungsbestimmungen erfolgt ist.

Wie erlangt meinUnternehmen den Bonus?

Die Abwicklung der Förderung obliegt der Austria Wirtschaftsservice GesmbH (aws), bei der auf elektronischem Weg unter foerdermanager.awsg.at ein Förderungsantrag einzubringen ist. Und zwar binnen 30 Tagen (!) ab Beginn der Pflichtversicherung des neuen Arbeitsverhältnisses. Die Antragstellung erweist sich insofern etwas tückisch, als für die Ausweitung des Beschäftigungsstandes ein „Referenzwert“ herangezogen wird.

Wo kann ich mich informieren?

Als erste Anlaufstelle fungiert natürlich die aws bzw. deren extra eingerichtete Homepage www.beschaeftigungsbonus.at.

Dort steht seit Kurzem übrigens auch die sogenannte „Sonderrichtlinie Beschäftigungsbonus“ zum Download zur Verfügung, das auf 21 Seiten minutiös sämtliche Facetten zu diesem Thema abdeckt. Erlassen wurde die Richtlinie vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Einvernehmen mit dem Finanzministerium.

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