Gemeinsame Finanzen

Der große Unterschied bei Krediten: Nur Ex-Eheleute können eine weniger strenge Haftung erreichen.

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Gemeinsam Schulden aufnehmen

Während bei einem gemeinsamen Konto der Trauschein irrelevant ist, macht er bei gemeinsamen Schulden sehr wohl einen Unterschied. „Schlimm ist es, wenn der eine für den Kredit des anderen bürgt, keine Immobilie des Kreditnehmers als mögliche Sicherstellung vorhanden ist und der Schuldner später insolvent wird“, schildert Rechtsanwältin Brigitte Birnbaum. Oft hängt dann gerade die Frau mit ihrem kleinen Einkommen lebenslang in der Haftung.

Hier haben es Ehegatten besser. Zum einen sind Eheleute schon beim Abschluss eines Kredits intensiv über die Risken aufzuklären, und vor allem bietet § 98 Ehegesetz eine Sonderregelung: Die Haftung kann auf eine weniger strenge Ausfallsbürgschaft beschränkt werden, die nur greift, wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist. Zu beantragen ist diese Erleichterung binnen eines Jahres nach Rechtskraft der Scheidung.

„Bei Lebensgefährten besteht auch nach Trennung leider keine Chance auf eine derartige Haftungserleichterung“, so Birnbaum. Banken entlassen ihre Gläubiger natürlich nicht freiwillig aus ihrer Haftung.

Gemeinsam im Unternehmen

Arbeiten beide als gleichwertige Partner (z. B. Gesellschafter) zusammen, ist ohnehin kein Problem zu erwarten, mit oder ohne Trauschein. Hier empfiehlt sich nur eine klare Regelung im Gesellschaftsvertrag, was sein soll, sollte man sich trennen, damit nicht das Unternehmen unter Unstimmigkeiten leidet.

Was aber, wenn einer das Unternehmen aufgebaut hat oder schon in die Beziehung mitbringt und der andere über die Jahre hinweg kräftig mitarbeitet? „Oft ist ein Partner, obwohl er vollzeit arbeitet, entweder gar nicht oder nur geringfügig angestellt. Ihm zustehende Bezüge werden überdies aus Spargründen oft nicht einmal ausbezahlt“, schildert Pfannhauser. 

Vorweg: Aus Eigeninteresse sollte man dem sowieso nie zustimmen, schließlich soll man eine eigene Pension zusammenbekommen. Ist man verheiratet, gebührt einem während der Ehe zumindest ein „angemessener“ Unterhalt, nach der Scheidung kommt es auf die näheren Umstände an, ob und wie viel Unterhalt gebührt – das Gesetz schützt jedenfalls mittellose Geschiedene.

Doch lebt man ohne Trauschein, hat man sich auf solch eine Mithilfe eingelassen und wird nach Beziehungsende aus der Firma komplimentiert, dann sieht es schlecht aus.

Die Drohung, für eine anonyme Anzeige bei der Gebietskrankenkasse zu sorgen, ist zwar nicht sehr nett, soll aber manchmal als letzter Ausweg einen gewissen Verhandlungsspielraum bringen. 

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