Grunderwerbsteuer mit neuer Bemessungsgrundlage

Für die GrESt sind Ehepartner, eingetragene Partner, Lebensgefährten, Eltern, Kinder, Enkel, Stief-, Wahl- und Schwiegerkinder Familie.

Foto: Noel Hendrickson – Thinkstock.com

Kurz vor Beschluss der Steuerreform wurde zur Bemessungsgrundlage von unentgeltlichen Immobilienübertragungen eine Lösung gefunden, die in einigen Details doch überraschend ist. Auch wenn der Start der Neuregelungen fix beim 1. Jänner 2016 bleibt.

Als Bemessungsgrundlage bei unentgeltlichem (Schenkung, Erbschaft) sowie teilentgeltlichem Erwerb von Grundstücken sollen möglich sein:

  1. aus dem hochgerechneten dreifachen Bodenwert plus dem Wert des Gebäudes oder
  2. von einem geeigneten Immobilienpreisspiegel abzuleiten, wobei ein Bewertungsabschlag von bis zu 30 Prozent vorzunehmen ist, oder
  3. durch Nachweis eines geringeren gemeinen Werts durch ein Schätzgutachten eines allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Immobiliensachverständigen.

Aus dem elektronischen Preisspiegel, den das Finanzministerium anfangs zu programmieren gedachte, wird also nichts. – Was ist ein Bodenwert? „Der Bodenwert ist bisher schon die Grundlage zur Feststellung des Einheitswertes“, allerdings wurde er dort in den 1970er-Jahren „eingefroren“, erklärt Steuerexperte Roland Rief, Partner bei EY. Der hier gemeinte Bodenwert könne aktuell festgestellt werden, indem die Kaufpreise je Sprengel beim zuständigen Finanzamt ausgehoben werden. Allerdings werden Notare kaum darauf Zugriff bekommen, schätzt Rief, daher: „Meist wird es wohl auf den Immobilienpreisspiegel hinauslaufen, mit einem Abschlag bei teuren Immobilien.“ In welcher Höhe der Abschlag („bis 30 Prozent“) im Einzelfall gerechtfertigt ist, sei derzeit noch nicht ganz klar.

Welchen Immobilienpreisspiegel kann man nehmen? „So ein Preisspiegel muss geeignet sein, objektiv, akkurat und für ganz Österreich“, schildert Rief die voraussichtlichen Kriterien. Insbesondere jener der Wirtschaftskammer scheint dafür geeignet zu sein. 

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