Hundetreffen am Radweg

Den Hund anleinen alleine ist zu wenig, wenn man sich direkt neben dem Radweg befindet.

Foto: Derek Cain Photography - Thinkstock.com

Die Klägerin näherte sich mit ihrem Berner Sennenhund an der Leine mit Inlineskates auf einem Radweg der Beklagten. Diese unterhielt sich unmittelbar neben dem Radweg mit einem Bekannten und hatte einen Schäferhund an der Leine. Als die Klägerin an der Beklagten vorbeifuhr, war deren Schäferhund etwa 1,5 Meter in den Radweg geraten, obwohl die Beklagte die Leine kürzer genommen hatte. Der Schäferhund berührte den Hund der Klägerin, dieser blieb kurz stehen bzw. sprang schräg nach vorne. Jedenfalls spannte sich seine Leine, wodurch die Klägerin zu Sturz kam und sich schwer verletzte. Der OGH (8 Ob 110/15g, 25. 11. 2015) bestätigte die Verurteilung der Beklagten zur Schadenersatzleis­tung, wenn auch unter Anrechnung eines gleichteiligen Mitverschuldens der Klägerin. Die Beklagte ist ihrer Pflicht zur ordentlichen Verwahrung des Hundes nicht nachgekommen, weil unmittelbar neben Radwegen die jederzeitige Beherrschung eines Hundes zu verlangen ist. 

Alleine durch Anleinen des Hundes können Gefahren, die sich durch die Begegnung mit viel schnelleren Radwegbenützern ergeben können, nicht verhindert werden.

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