Kein Unfallschutz bei Fußballturnier des Betriebsrats

Nur wenn das Match im betrieblichen Interesse liegt, ist der Versicherungsschutz aufrecht.

Überwog das betriebliche oder private Interesse am Fußballturnier, ist laut OGH zu klären (Foto: Ryan McVay - Thinkstock.com)

Zwei Arbeitnehmer verletzten sich bei einem Fußballturnier ihres Unternehmens, das der Betriebsrat wie jedes Jahr organisiert hatte. Bestand ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz, schließlich war es eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung?

Solche Veranstaltungen stehen nur dann unter Unfallversicherungsschutz, so der OGH, wenn die Teilnahme Ausfluss der Ausübung der Erwerbstätigkeit ist. Auch regelmäßige sportliche Betätigungen können im betrieblichen Interesse liegen und damit unter dem Schutz der Unfallversicherung stehen, wenn sie im Rahmen eines Betriebssports den täglich wiederkehrenden Belastungen durch die Berufstätigkeit entgegenwirken sollen. Steht aber der Wettkampf- und Turniercharakter eines vom Betriebsrat einmal jährlich außerhalb der Arbeitszeit (am Wochenende) organisierten Fußballturniers im Vordergrund, weil es von Verbandsschiedsrichtern geleitet wird und aus den Betriebsmannschaften eine Siegermannschaft gekürt und Pokale sowie Sachpreise vergeben werden, überwiegt das Privatinteresse. Damit ist ein Unfallversicherungsschutz auch für vorbereitende Tätigkeiten in engem zeitlichem Zusammenhang zu verneinen wie das „Aufwärmen“ unmittelbar vor Beginn des Turniers (10 ObS 141/15f, 19.1. 2016).

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.