Unterhalt für Tenniskosten

Ein für insgesamt drei Kinder unterhaltspflichtiger Vater wurde von einem seiner minderjährigen Söhne auf Zahlung von 10.956 Euro an Sonderbedarf geklagt.

Einen Tennis-Champion als Sohn muss sich nicht jeder leisten können (Foto: cokacoka - Thinkstock.com)

Dies sei sein Anteil an Kosten, die im Zeitraum 2011 bis 2014 im Zuge des Tenniswettkampfsports beim Sohn angefallen seien.  Der OGH (4 Ob 242/16s) bestätigte nun die Abweisung des Antrages des minderjährigen L. Denn der Vater verfügt über ein derart bescheidenes Einkommen (nach Abzug der Unterhaltspflichten unter dem Existenzminimum), dass ihm die Deckung der Kosten für die jahrelange Ausübung eines Leistungssports nicht zumutbar sind.

Zwar kann die kostenaufwendige besondere Förderung sportlicher Interessen einen Sonderbedarf bilden, wenn das sportliche Talent des Unterhaltsberechtigten wie hier – Aufnahme in den Kader des Österreichischen Tennisverbands, Teilnahme an zahlreichen Wettkämpfen mit zum Teil sehr guten Platzierungen (z. B. Vizestaatsmeister) – besonders förderungswürdig ist.

Der Vater darf sich mangels einvernehmlicher Entscheidung über das kostenintensive Training des Kindes aber auf einen Vergleich mit einer intakten Familie berufen. In einer solchen wäre nicht davon auszugehen, dass ein Elternteil ungeachtet der angespannten finanziellen Situation in der Familie einseitig über eine Sportausübung des Kindes bestimmt, die über Jahre mit hohen Kosten verbunden ist.

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.