Wandfliesen im WC

Eine erhebliche Gesundheitsgefährdung des Mieters durch sich ablösende WC-­Fliesen konnte der OGH nicht erkennen.

(Foto: Sthaporn - Thinkstock.com)

In einer Mietwohnung hoben sich an der neben dem WC gelegenen Wand Fliesen großflächig ab, neun Fliesen waren bereits abgefallen, die übrigen sicherte der Mieter provisorisch mit Klebebändern ab. Zum Antrag des Mieters, der Vermieterin aufzutragen, die Fliesen fachgerecht zu erneuern, sprach der OGH (5 Ob 264/15g) aus, dass das drohende Ablösen von Wandfliesen im WC keine erhebliche Gesundheitsgefährdung darstellt und daher auch keine Erhaltungspflicht der Vermieterin begründet. Zwar kommt die Erhaltungspflicht nicht erst bei lebensbedrohenden Gefahren, sondern bei jeder signifikanten Gefährdung der körperlichen Integrität zum Tragen. Doch der vorliegende Zustand des Mietgegenstands wirkt sich unmittelbar überhaupt nicht negativ auf die Gesundheit des Antragstellers aus. Eine Gefährdung  erscheint bloß theoretisch unter der Voraussetzung möglich, dass er sich im Zeitpunkt des Ablösens einer Fliese von der Wand direkt in deren Falllinie befindet.

Einer solchen Gefahr kann der Antragsteller aber dadurch leicht begegnen, dass er die betroffenen Fliesen entfernt bzw. – wie er es ohnedies getan hat – sonst sichert.

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