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Ihre Rechte als Gläubiger

Wo meldet man seine Forderung an? Wie viel von seinem Geld sieht man üblicherweise wieder? Und wie sichert man sich ab, um in einer fremden Insolvenz nicht viel Geld zu verlieren?

(Illustration: Erik Bauer)

„Rund 30.000 Kleingläubiger gibt es, die nun um Beträge von jeweils 120 bis 200 Euro umfallen könnten“, schildert Christoph Vavrik, Leiter Insolvenz Wien des Kreditschutzverbands 1870 (kurz KSV). Die Rede ist von der kürzlich bekannt gewordenen Pleite eines Start-ups, nämlich Amabrush. Rund 21.000 Crowdfunder und 8.000 Webshop-Kunden bezahlten vorab, ohne jemals die sogenannte „Zehn-Sekunden-Zahnbürste“ zu erhalten. Anfängliche Produktionsschwierigkeiten, gefolgt von einer Strafanzeige wegen Betrugs bis zum Zurückziehen von Inves­titionszusagen waren der Grund für das schlussendliche Scheitern der Jungunternehmer. Allerdings: „Von all diesen Gläubigern hat letztlich dann doch nur ein Bruchteil Forderungen als Insolvenzgläubiger angemeldet“, schildert Vavrik. Das hatte zur Folge, dass von den anfangs auf 4,5 Millionen Euro geschätzten Passiva nun bloß 800.000 Euro wirklich von Gläubigern als Forderungen angemeldet wurden.
Warum das? Es liegt nicht nur daran, dass vielen die nötigen Formalitäten zu unklar oder aufwendig waren. Auch erfahrene Juristen würden den Kleingläubigern von Amabrush eher abraten, eine Insolvenzforderung anzumelden. Vavrik erklärt: „Für die Anmeldung in der Insolvenz muss man 23 Euro an Gerichtsgebühren aufbringen. Es sieht derzeit aber leider danach aus, dass sich die Quote bestenfalls im untersten einstelligen Bereich bewegen wird.“ Das bedeutet: Bei einer offenen Forderung von 200 Euro kann man gerade mal auf ein paar Euro im Bestfall hoffen, jedenfalls kommt weniger retour, als die Gerichtsgebühren kosten.

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