Alternativmedizin als außergewöhnliche Belastung

Kosten für einen Heilpraktiker können – wenn medizinisch notwendig – steuerlich geltend gemacht werden.

Foto: AndreyPopov - Thinkstock.com

Ein Steuerpflichtiger machte im Rahmen seiner Arbeitnehmerveranlagung 2013 Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung geltend.

Ein Teil davon waren Behandlungskosten und Medikamente eines in Deutschland ansässigen Heilpraktikers, der den Mann im Zuge einer Krebserkrankung begleitend behandelt hatte (zur Stärkung des Immunsystems). Das Finanzamt erkannte die Kosten von rund 8.200 Euro nicht an. Die Begründung: Ohne Vorlage einer ärztlichen Verordnung im Rahmen eines ärztlichen Behandlungsplans seien die Kosten nicht abzugsfähig.

Das Bundesfinanzgericht war anderer Ansicht. Der Beweis für die medizinische Notwendigkeit könne auch durch eine nachträglich erstellte medizinische Befürwortung durch einen Arzt erbracht werden (hier von einem Allgemeinmediziner). Dass bei einer Krebserkrankung die Stärkung des Immunsys­tems eine sinnvolle Maßnahme ist, um die Heilungschancen zu erhöhen, stand für das BFG außer Zweifel. Auch dass es sich um einen lediglich in Deutschland zugelassenen Heilpraktiker (keinen Arzt) handelte, schadete laut BFG nicht. 

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