Haben Sie etwas zu verzollen?

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was er­zählen . . . und auch etwas mitbringen. Das ruft mitunter allerdings den Zoll auf den Plan.

Illustration: Erik Bauer

Welche Zollregeln gelten, hängt freilich davon ab, ob Sie aus Staaten der EU oder aus Nicht-EU-Staaten heimkehren.  

Waren, die Sie in der EU einkaufen, befinden sich im sogenannten „freien Verkehr“. Die im Kaufpreis enthaltenen Steuern (insbesondere Umsatzsteuer und Verbrauchsteuern wie z. B. Alkohol-, Bier-, Tabaksteuer) werden in jenem EU-Staat erhoben, in dem Sie die Waren gekauft haben. Waren für den persönlichen Ge- oder Verbrauch bzw. den Ihrer Haushaltsangehörigen können Sie in Ihrem Reisegepäck einführen, ohne irgendwelche Abgaben bezahlen zu müssen. Es existieren davon aber folgende drei Ausnahmen:

  • Beim Kauf neuer Fahrzeuge müssen Sie Umsatzsteuer und NoVA berappen. Der Verkäufer liefert das Fahrzeug aber umsatzsteuerfrei.
  • Tabakwaren oder alkoholische Getränke sind nur so weit abgabenfrei, als sie dem Eigenbedarf dienen. Bei Überschreiten bestimmter Richtmengen (siehe Tabelle) müssen Sie darlegen, dass sie trotzdem nur für Ihren Eigenbedarf bestimmt sind.

Blau- oder Grünkanal

Bei Ihrer Einreise erfolgt grundsätzlich keine Zollkontrolle. Bei Flugreisen können Sie daher den Blaukanal (Ausgang für EU-Reisende) benützen. Dies gilt nicht, wenn Ihr Flug außerhalb der EU begonnen hat und Sie in der EU nur umgestiegen sind. 

Ist jedoch kein Blaukanal eingerichtet, können Sie den Grünkanal benützen.

Aus Nicht-EU

Beim Passieren des Zolls von außerhalb der EU kommend müssen Sie folgende Waren deklarieren, d. h. eine Zollanmeldung abgeben:

  • Waren, die nicht für Ihren Eigenbedarf bestimmt sind.
  • Außerhalb der EU erworbene Waren, die die Freimengen für Tabakwaren, Alkoholika, nicht schäumende Weine, Bier und Arzneimittel und die Freigrenze für andere Waren übersteigen – Details dazu siehe Tabelle!
  • Waren, die Einfuhrverboten oder Einfuhrbeschränkungen unterliegen.

Interessant ist, dass bei Genussmitteln ein Alterslimit von 17 Jahren gilt.

Andere Waren als die zuvor genannten sind bis zu einem Gesamtwert von 300 Euro je Reisenden bzw. 430 Euro für Flugreisende abgabenfrei. Für Reisende unter 15 Jahren reduzieren sich diese beiden Freigrenzen auf 150 Euro. Der neueste Elektronik- oder Modeschrei aus New York liegt also schnell darüber.

Bei zu deklarierenden Waren ist der „Rotkanal“ zu benützen. Ohne einen solchen müssen Sie die Waren von sich aus beim Zoll anmelden. Bewahren Sie die Rechnungen auf, ansonsten wird der Warenwert vom Zoll geschätzt!

Apothekenschnäppchen

Egal ob Sie innerhalb oder außerhalb der EU urlauben: Nehmen Sie besser Abstand vom Erwerb lieber Viecherln, dekorativer Pflänzlein oder von Erzeugnissen, die aus ihnen hergestellt werden. Wer Waren einführt, die dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen oder der EU-Artenschutzverordnung unterliegen, muss je nach Schutzwürdigkeit der Tiere oder Pflanzen die erforderlichen Artenschutzdokumente der Zollstelle vorlegen. 

Streng geht es auch bei Arzneiwaren zu. Egal, wie günstig anderswo das Medikament X oder auch das Vitaminpräparat Y zu haben ist: Sowohl bei einer Einreise aus einem EU- als auch einem Nicht-EU-Land dürfen Reisende mit Wohnsitz in Österreich Arzneiwaren maximal in einer Menge von bis zu je drei Einzelhandelspackungen pro Arzneimittel einführen. 

Handtasche von „Gucki“

Als Urlauber kennt man/frau jene Händler, die vor allem in Spanien und Italien die Strände bevölkern und ver­meint­liche Markenartikel zum Schnäppchentarif anbieten, wie das Poloshirt „L­a­­kotz“, das Halstuch „Herpes“ oder die Handtasche „Gucki“. In Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien, Malta, aber auch Ungarn und Bulgarien drohen dem Käufer von gefälschter Markenware drastische Geldstrafen oder sogar Gefängnis. Hände also unbedingt weg!

Nicht unter Strafe steht der Erwerb nachgemachter Designerprodukte für den privaten Gebrauch in Österreich, Deutschland, der Slowakei, Tschechien, Slowenien, Zypern und Norwegen. 

Und wie sieht es der heimische Zoll? Dieser gestattet zwar die Einfuhr von Plagiaten, die im persönlichen Gepäck von Reisenden mitgeführt werden und nicht als Gegenstand  gewerblichen Handels einzustufen sind. Trotzdem ist auf den Kauf von gefälschten Markenartikeln zu verzichten. Der Markeninhaber kann nämlich vom Käufer des Fake-Produkts Schadenersatz fordern – was ab und zu tatsächlich geschieht.

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