So sparen Sie steuern

Ob für Selbständige oder Unselbständige: Gewinnfreibetrag und Topf-Sonder­ausgaben ausnützen, spenden, Wertpapiere verkaufen – um das Jahr steueroptimal zu beenden, gibt es noch viel zu tun!

Foto: Pogonici – Thinkstock.com

Spenden: Ab sofort automatisch

Mit einer Spende tut man nicht nur anderen Gutes, sondern auch sich selbst. Bis maximal zehn Prozent des Einkommens lassen sich steuerlich absetzen. Allerdings gilt dies nur für Spenden an eine Organisation, die in der „Liste der begünstigten Spendenempfänger“ des Finanzministeriums erfasst ist, für jeden einsehbar unter www.bmf.gv.at.

Wichtig: Ab 2017, also ab der nächs­ten Steuererklärung, werden die Spenden, die man an eine solche Organisation geleistet hat, von dieser automatisch an den Fiskus weitergemeldet. Womit sich private Spender in Zukunft die Geltendmachung der Spenden in ihrer Steuererklärung ersparen.
Achtung: Um zu melden, benötigen die Spendenorganisationen neben Ihrem Vor- und Zunamen auch Ihr Geburtsdatum. Sollte sich die Spendenorganisation diesbezüglich in den letzten Monaten noch nicht an Sie gewandt haben, fragen Sie vorsichtshalber nach, damit bei der Meldung alles glattläuft. Die von der Organisation übermittelten Beträge werden – nur für die betreffende Person – in FinanzOnline zur Überprüfung einsehbar sein. Die auto­matische Meldung ans Finanzamt gilt übrigens ab 2017 auch für allfällige Kirchenbeiträge.

Bei Spenden von Unternehmen erfolgt keine automatische Meldung, sie genießen dafür ein anderes Privileg: „Sie können nicht nur Geldspenden bis zu zehn Prozent vom Jahresgewinn des laufenden Wirtschaftsjahres absetzen, sondern auch Sachspenden“, weist Steuerberater Roland Zacherl, Partner bei HFP, hin. Hier wird übrigens der Jahresgewinn vor Berücksichtigung des Gewinnfreibetrags herangezogen.
Zusätzlich dazu sind als Betriebsausgaben auch Geld- und Sachspenden im Zusammenhang mit Hilfe bei nationalen, aber auch internationalen Katastrophen (z. B. Hochwasser, Erdbeben, Vermurung etc.) absetzbar, beitragsmäßig sogar  unbegrenzt. Vorausgesetzt, die Hilfe wird als Werbung entsprechend vermarktet (wobei aber die Erwähnung auf der Homepage oder in Werbeprospekten genügt).

Gewinnfreibetrag: Wieder breitere Auswahl

Ein Standard-Steuerspar-Faktor für Selbständige ist der Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 Prozent. Nicht weiter um ihn kümmern muss man sich, wenn der Gewinn unter 30.000 Euro liegt – denn bis zu dieser Grenze steht automatisch der sogenannte Grundfreibetrag zu, er wird im Rahmen der Veranlagung von Amts wegen berücksichtigt.

Wer darüber kommt, muss die ihm zustehenden 13 Prozent aktiv durch bestimmte Investitionen nutzen. So lassen sich entweder neue, abnutzbare Anlagegüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren anschaffen. Oder man investiert in bestimmte Wertpapiere. Die gute Nachricht: Seit 2017 ist die Auswahl an Wertpapieren, die man für den Gewinnfreibetrag anschaffen kann, wieder breiter geworden. Zusätzlich zu den Wohnbauanleihen kann man auch wieder in andere Einzelpapiere und Investmentfonds investieren, die gemäß § 14 EStG erlaubt sind.

Registrierkassenprämie nicht vergessen!

Selbständige, die zu Beginn des Jahres – bis zum 31. 3. 2017 – noch rasch eine manipulationssichere Registrierkasse angeschafft haben, können mit dem Formular E 108c noch schnell eine Prämie in Höhe von 200 Euro beantragen (plus 30 Euro pro weitere Eingabestation). Die Anschaffungskosten sind weiters sofort als Betriebsausgabe absetzbar (die Prämie dagegen ist keine Betriebseinnahme und daher nicht steuerbar!).
Wichtig auch zu wissen: Trotzdem lassen sich die Kassenanschaffungskos­ten für die Geltendmachung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrags heranziehen.

Taktik für Einnahmen-Ausgaben-Rechner

Für Einnahmen-Ausgaben-Rechner ergibt sich alljährlich die Frage: Wie hoch ist der Gewinn heuer, was erwarte ich mir im nächsten Jahr? Macht es Sinn, jetzt noch die Betriebsausgaben zu erhöhen? „Ergibt beispielsweise die Prog­noserechnung eines Arztes als typischem Einnahmen-Ausgaben-Rechner, dass die Steuerlast heuer verkleinert werden sollte, lassen sich die Betriebsausgaben beispielsweise noch mit Medikamentenkäufen für die Hausapotheke erhöhen“, schildert Steuerberater David Gloser, Partner bei Ecovis Aus­tria. „Generell drückt bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern das Vorziehen von Vorräten den Gewinn, denn hier wird ja nach dem sogenannten Zufluss-Abfluss-Prinzip gebucht“, so Gloser. Heißt, nach dem Zeitpunkt des Geldflusses, nicht (wie sonst üblich) zum Zeitpunkt des Entstehens der Betriebsausgabe.

Wichtige Ergänzung: Eine rasche Anschaffung von Anlagevermögen würde diesbezüglich weniger helfen, weil hier ja über Jahre abgeschrieben wird. Es sei denn, es handelt sich um ein sogenanntes geringwertiges Wirtschaftsgut (Anschaffungswert unter 400 Euro). Allerdings: „Anschaffung von Anlagevermögen könnte wiederum ein Thema für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag sein“, so Gloser.

GSVG-Befreiung bis Jahresende beantragen

„Gewerbetreibende, Neue Selbständige oder auch Ärzte sind ja an sich GSVG-pflichtversichert. Sollten Sie aber unter einer gewissen Grenze bei den Einkünften bzw. Umsätzen bleiben, können sie sich für das heurige Jahr rückwirkend befreien lassen“, weiß Zacherl. Die Obergrenze für steuerpflichtige Einkünfte liegt heuer bei 5.108,40 Euro, der Jahresumsatz für 2017 bei maximal 30.000 Euro aus sämtlichen unternehmerischen Tätigkeiten. „Der Antrag für 2017 muss spätestens am 31. 12. bei der SVA einlangen“, so Zacherl. Ein Antrag ist dafür Voraussetzung, denn von sich aus wird die SVA nicht tätig.

Das gilt allerdings nur für Jungunternehmer mit höchstens zwölf Monaten GSVG-Pflicht in den letzten fünf Jahren und für Personen, die das 60. Lebensjahr beendet haben bzw. solche, die das 57. Lebensjahr vollendet haben und in den letzten fünf Jahren unter den maßgeblichen Umsatz- und Einkunftsgrenzen blieben.
Und noch eine Gruppe profitiert: Wer gerade Kinderbetreuungsgeld bezieht, kann ebenfalls eine Befreiung beantragen, wenn die monatlichen Einkünfte maximal bei 425,70 Euro liegen sowie der monatliche Umsatz maximal 2.500 Euro beträgt.

Kinderbetreuung mit Spareffekt

Auch heuer nicht vergessen: Kinderbetreuungskosten für Kindergarten,  Hort oder Ferienbetreuung können bis zu 2.300 Euro pro Kind und Jahr in der Arbeitnehmerveranlagung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Bis  das Kind sein zehntes Lebensjahr vollendet.

Voraussetzung ist, dass es sich um eine Kinderbetreuungseinrichtung (Kindergarten, -gruppe, Hort, Internat etc.) handelt oder um eine pädagogisch qualifizierte Person.

Mittlerweile zählen auch Verpflegungskosten oder Bastelgeld dazu oder Kosten für Kurse, bei denen die Vermittlung von Wissen oder sportliche Betätigung im Vordergrund stehen wie z. B. Computerkurse, Musikunterricht oder Fußballtraining. Ferienbetreuung unter pädagogisch qualifizierter Betreuung, auch ganze Ferienlager samt Verpflegung und Fahrtkosten sind ebenfalls drin. Weiterhin nicht absetzbar sind dagegen Schulgeld für Privatschulen oder Kosten für Nachhilfeunterricht.

Noch attraktiver ist freilich die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber für Kinderbetreuung einen Zuschuss bis 1.000 Euro pro Kind unter zehn Jahren leistet. Der Arbeitgeber kann die Ausgabe als Betriebsausgabe absetzen und erspart sich Lohnnebenkosten, der Arbeitnehmer muss für den Betrag weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung zahlen. „Eine solche Lösung ist also auch für den Arbeitgeber vorteilhaft“, betont Zacherl.Voraussetzung ist stets, dass der Arbeitgeber zu dieser Leistung zusätzlich zum Gehalt bereit ist – eine Gehaltsumwandlung funktioniert also nicht. Sie kann aber statt einer Prämie ausbezahlt werden. Dieselben Kinder­betreuungskos­ten lassen sich freilich nur entweder für den Arbeitgeberzuschuss oder die außergewöhnliche Belastung nutzen.

Jobticket nutzen!

Für alle Arbeitnehmer existiert eine weitere Abgabensparvariante: Das Jobticket. Es eignet sich für alle, die nicht auch Pendlerpauschale in Anspruch nehmen. Der Arbeitgeber kann beispielsweise anstelle einer Prämie (auch hier ist Gehaltsumwandlung nicht erlaubt!) ein Jahres-Öffi-Ticket bezahlen. Ein Vorteil für alle: Die Kosten lassen sich  als Betriebsausgaben absetzen, der Arbeitnehmer erspart sich dafür Steuern und Sozialversicherung.

Noch schnell: Topf-Sonderausgaben
Die altbekannten „Topf-Sonderausgaben“ sind seit der letzten Steuerreform leider ein Auslaufmodell. Alle, die weniger als 60.000 Euro im Jahr verdienen, können so nur noch bis zum Jahr 2020

  • Beiträge zu freiwilligen Kranken-, Unfall- oder Pensionsversicherungen,
  • Beiträge zu bestimmten Lebensversicherungen sowie
  • Ausgaben zur Wohnraumschaffung oder -sanierung geltend machen. Daher keinesfalls auf sie vergessen!
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