Wein & Co.

Weihnachtsgeschenke, die mehr wert sind als der übliche Kleinkram, sind dem Fiskus in den meisten Fällen ein Dorn im Auge. Selbst bei Weinflaschen heißt es aufpassen.

Verschenkter Sekt, Wein und Co. werden vom Fiskus schnell als nicht abzugsfähig eingestuft. Prangt auf der Flasche dagegen das Firmenlogo, hat sie gute Chancen auf Absetzbarkeit (Illustration: Erik Bauer)

Jährlich stellt sich vor dem Weihnachtsfest bzw. dem Jahreswechsel die Frage, mit welchen Geschenken die Geschäftsfreunde beglückt werden sollen, um diese bei der Stange zu halten. Was aus Sicht des Unternehmers gut geeignet scheint, passt oft dem Fiskus nicht – und er stuft die aufgewendeten Kosten gemäß § 20 Abs. 1 Z 3 EStG als nicht abzugsfähige Repräsentationsaufwendungen ein.

Das Umsatzsteuergesetz packt noch eins drauf: Steht die Nichtabzugsfähigkeit einmal fest, so verbietet § 12 Abs. 2 Z 2 lit. a UStG auch den Vorsteuerabzug. Dadurch eröffnet sich im Zuge von Steuerprüfungen ein weites und einträgliches Betätigungsfeld.

Auf Nummer sicher mit den vier „K“

 

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, hält sich an die vier „K“: Steuerlich absetzbar sind Geschenke mit geringerem Wert, die einem größeren Personenkreis aus Gründen der Werbung überlassen werden und sich zur Entfaltung einer Werbewirkung eignen, wie Kalender, Kugelschreiber, Kaffeehäferl und ähnlichem Kram (vier K) mit Aufdruck des Firmennamens des Geschenkgebers. Damit hat es sich auch schon.
Anlässlich von Weihnachten und Silvester würden als Geschenke aber sehr gut Wein, Sekt oder auch Spirituosen passen. Allerdings macht hier das Steuerabzugsverbot des § 20 Abs. 1 Z 3 EStG einen Strich durch die Rechnung.

Wein als Werbeträger

In ständiger Rechtsprechung vertritt hier der Verwaltungsgerichtshof die Ansicht, dass Aufwendungen für Weinflaschen, „wem gegenüber auch immer sie verschenkt werden“, jedenfalls nicht abzugsfähige Repräsenta­tionsaufwendungen im Sinne des § 20 Abs. 1 Z 3 EStG darstellen (VwGH 19. 9. 1990, 89/13/0174; 11. 7. 1995, 91/13/0145; 26. 9. 2000, 94/13/0260; 25. 4. 2001, 99/13/0221; 30. 4. 2003, 98/13/0071; 31. 7. 2012, 2008/13/0069). Also geht steuerlich gar nix mit Wein & Co.? Jein, weil es im Steuerrecht stets auf den Einzelfall ankommt. So hat der Unabhängige Finanzsenat (UFS) in einer Entscheidung festgestellt, dass mit einem Firmenlogo etikettierte Wein- und Sektflaschen geeignet sind, eine entsprechende Werbewirksamkeit zu entfalten und diesfalls eine Absetzbarkeit zusteht (UFS 12. 5. 2010, RV/0873-L/05).
So sollte für den Fall einer abgabenbehördlichen Betriebsprüfung der kluge Geschäftsmann oder die kluge Geschäftsfrau wie folgt vorsorgen: Erstens Listen über jene Kunden, welche die Alkoholika erhalten haben, erstellen, und zweitens Fotos von den Etiketten samt Firmenlogo anzufertigen. Vielleicht findet sich sogar noch das eine oder andere Flascherl im Unternehmen als Beweisstück.

Von Nachtsichtgerät bis Zigaretten

Während die unters Volk gebrachte Massenware (vier „K“) kaum Probleme bereitet, ist bei maßgeschneiderter (auf die Person des Geschenknehmers abgestimmter) oder teurer Ware der Zores mit dem Fiskus vorprogrammiert. So entdeckte bei einer Steuerprüfung der Finanzer einmal eine Rechnung über ein exklusives Nachtsichtgerät zum Preis von rund 3.500 Euro. „Ja“, meinte der Unternehmer, „das war es mir für meinen Topkunden, der als ein passionierter Jäger gilt, allemal wert, ihn mit diesem Geschenk eine Weihnachtsfreunde bereiten zu dürfen.“ – Die Freude verlagerte sich dann allerdings auf die Seite des Fiskus.

Gelegentlich kommt es auch vor, dass private Leidenschaften eine weihnachtliche Verkleidung erhalten. Gleich zu Beginn einer Prüfung fiel der Firmenchef mit seinen Fingerkuppen der rechten Hand auf, die gelblich verfärbt waren und auf einen starken Raucher hindeuteten, weshalb man ihn auch nie ohne brennende Zigarette antreffen konnte. Bei stichprobenartiger Überprüfung des Kassabuchs fanden sich im Belegmaterial zahlreiche Zettel einer Trafik mit der Bezeichnung „Rauchwaren“. „Bei uns ist es üblich, im Besprechungsraum für Kunden neben Getränken auch Rauchwaren anzubieten, außerdem verschenken wir diese an etliche Kunden zu Weihnachten“, lautete die Erklärung des Unternehmers.

Diese Erläuterung fruchtete nichts, die gesamten Rechnungen über die Rauchwaren lösten sich steuerlich gesehen ebenfalls in Rauch auf.

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