„Essen auf Rädern“ ist keine außergewöhnliche Belastung

Die Lieferung von Fertignahrung an eine betagte Frau, die nicht mehr selbst kochen konnte, war steuerlich nicht absetzbar.

Foto: Stockbyte - Thinkstock.com

Eine Pensionistin in Pflegestufe 1 machte in ihrer Einkommensteuererklärung auch die Kosten für ihren Bezug von Mahlzeiten bei „Essen auf Rädern“ als außergewöhnliche Belas­tung wegen Behinderung geltend. Vorsorglich brachte sie dabei bereits die Haushaltsersparnis und das Bundespflegegeld in Abzug. Das Finanzamt erkannte sie nicht an und sprach aus, bei den Kosten für das Mittagessen handle es sich um Kosten der privaten Lebensführung. Die Pensionistin argumentierte, dass sie den Service nicht aus Bequemlichkeit bestelle, sondern weil sie mittlerweile nicht mehr selbst einkaufen und kochen könne und bei einem Krankenhausaufenthalt Ernährungsdefizite festgestellt worden seien. Ohne Essen auf Rädern müsse sie einen Ganztagsaufenthalt in einer Alteneinrichtung oder eine 24-Stunden-Pflege beanspruchen. Das Bundesfinanzgericht folgte den Argumenten und sprach ihr jenen Teil der geltend gemachten Kosten als außergewöhnliche Belastung zu, die aufgrund ihrer Behinderung erwächst (rund 50 Prozent). 

Der Verwaltungsgerichtshof sah das nun aber anders (Ro 2015/15/0009-4): Im vorliegenden Fall handle es sich nicht um behinderungsbedingte Mehraufwendungen, sondern um typische Kosten der Lebensführung. 

Anders könnte es aussehen, wenn Mehraufwendungen wegen Krankendiätverpflegung angefallen wären.

GEWINN verwendet Cookies um die Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten und Ihnen damit den bestmöglichen Service zu gewährleisten.
Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.