Wege aus der „schwarzen Liste“

Was kann man tun, wenn der Kredit abgelehnt wird, weil „etwas in der Warnliste steht“?

Einmal jährlich kann man gratis Auskunft verlangen, was über einen in einer „schwarzen Liste“ gespeichert ist (Foto: AntonioGuillem – Thinkstock.com)

Die sogenannten „Informationsverbundsysteme“ haben ein ausgesprochen langes Gedächtnis. Da gibt es zum einen die  Kleinkreditevidenz (KKE). Sie enthält gewährte Konsumkredite, Überziehungsrahmen bzw. Leasing-Ver­träge. Kommt es während der Laufzeit zu einem Zahlungsrückstand, wird auch der hier erfasst. Ebenso die Ablehnung eines Kreditantrags wegen mangelnder Bonität.

Die Löschfristen für negative Eintragungen liegen bei fünf Jahren (nach vollständiger Zahlung der Schuld) oder sieben Jahren (nach Abschlagszahlung oder Schuldenregulierungsverfahren).
In die „Warnliste“ der österreichischen Kreditinstitute (betrieben vom KSV 1870) kommen Privatpersonen bei Bankomat-, Kreditkarten- oder Scheckmissbrauch. Oder auch schon aufgrund einer Fälligstellung bzw. Rechtsverfolgung nach qualifiziertem Zahlungsverzug bei Girokonten, Krediten oder auch Kreditkarten. Die Löschungsfrist beträgt drei Jahre bei vollständiger Tilgung der Schuld, ansonsten sieben Jahre.
Wichtig: Jeder Private hat einmal jährlich kostenlos das Recht, beim KSV oder dem Kreditinstitut Einsicht in die über ihn gespeicherten Daten zu nehmen.

Doch wann darf man auch eine Löschung aus der Datei verlangen? Ein Löschungsanspruch besteht laut Rechtsanwalt Rupert Manhart, Kanzlei Manhart Einsle Partner Rechtsanwälte, bei den „Informationsverbundsystemen“ (KKE und Warnliste) nur dann, wenn die Daten unrechtmäßig verarbeitet wurden, sie schlicht falsch sind oder man nachweisen kann, dass sie für die Beurteilung der Bonität nicht mehr relevant sind. Etwa weil sich die Verhältnisse geändert haben. „Um hier vielleicht doch eine begründete Löschung durchzusetzen, benötigt man in der Regel rechtliche Hilfe, da jeder Einzelfall beurteilt werden muss“, ergänzt Manhart.

Bei anderen „schwarzen Listen“  wie etwa der Warenkreditevidenz des KSV oder bei Deltavista  kann man dagegen jederzeit einen Widerspruch nach § 28 Abs. 2 Datenschutzgesetz einlegen. Dann müssen die Daten gelöscht werden. Manhart empfiehlt, von Zeit zu Zeit Selbstauskünfte von allen großen Datenbanken einzuholen, um dann allenfalls Widersprüche einzulegen. Die Widersprüche müssen nicht begründet werden.

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