Der 15-jährige Unternehmer Max Spiess im Interview

Max Spiess verkauft Technik-Gadgets, PowerPoint-Vorlagen und macht Online-Marketing.

Foto: Peter Schmidt

GEWINN: Seit wann bist du Unternehmer und wie hast du begonnen?
Spiess: Mit elf bin ich daheim vor dem Computer gesessen und hab mir gedacht, es wäre doch cool, PowerPoint-Vorlagen zu machen, diese an meine Mitschüler zu verkaufen und damit Geld zu verdienen. Das hat dann aber überhaupt nicht funktioniert, meine Mitschüler wollten natürlich kein Geld ausgeben. Das war schade, ich bin nämlich ein Jahr daran gesessen und hatte einen professionellen Webauftritt, aber keinen einzigen Kunden.

GEWINN: Wie hat es dann funktioniert?
Spiess: Ich bin durch meine Mutter auf eine Aktion eines Radiosenders aufmerksam geworden, bei der ich mich dann beworben habe. Ich wurde auch eingeladen und hatte eineinhalb Minuten in der Primetime, das hat die Sache dann ins Rollen gebracht. Damals war ich 13.

GEWINN: Bei PowerPointVorlagen.at hast du mit Triumph, Porsche Liesing oder den Landeskrankenhäusern Vorarlberg durchaus große, bekannte Kunden. Wie bist du zu denen gekommen?
Spiess: Die ersten Kunden habe ich durch Berichte in der Presse bekommen. Diese haben mich dann weiterempfohlen, so ist das Ganze dann gelaufen. Ich habe nie aktiv Werbung gemacht.

GEWINN: Angefangen hast du mit PowerPointVorlagen.at, mittlerweile bist du aber auch in anderen Bereichen aktiv.
Spiess: Genau. Vor einem Jahr habe ich mit meinem Freund und Geschäftspartner Noel Portugal Smartmarket gegründet, ein Online-Shop für Tech-Gadgets. Heuer habe ich mit Austroclick mein drittes Projekt gestartet, das ist eine professionelle Instagram-Agentur. Wir machen Follower-Pushes, Content-Marketing, Werbeplatzierung, und so weiter. Mit Austroclick konnte ich schon in den ersten Monaten einen vierstelligen Umsatz erzielen.

GEWINN: Du machst Umsätze, verdienst Geld, darfst aber per Gesetz noch keine Firma haben.
Spiess: In Österreich ist es da leider wirklich schwer, weil man unter 18 quasi gar nichts machen darf. Der Großteil läuft deshalb über meinen Vater, wir haben da unsere Wege gefunden. Ich möchte aber auf jeden Fall mit 18 mein eigenes Unternehmen gründen.

GEWINN: Mit Smartmarket importierst du mit deinem Partner Tech-Produkte, wie etwa Kopfhörer oder Kameras, und verkaufst sie dann an Kunden. Jetzt möchtet ihr auch Händler beliefern.
Spiess: Das muss alles noch extrem genau konzipiert werden. Im B2C-Bereich sind wir schon dabei. Wir verzichten auf Dropshipping und lassen uns die importierten Produkte direkt vom Hersteller in unser Lager in Groisbach (NÖ, Anm. d. Red.) liefern, von wo wir sie dann verschicken.

GEWINN: Welche Erfahrungen hast du aufgrund deines Alters im Business-Umfeld gemacht? Fühlst du dich immer ernst genommen?
Spiess: Ich bin mit vielen Unternehmen in Kontakt und das Einzige, das in Bezug auf mein Alter vorgekommen ist, waren positive Reaktionen und dass sie das cool finden. Und selbst wenn es anfängliche Skepsis gibt, versuche ich dann einfach durch eine gute Leistung Vertrauen herzustellen.

GEWINN: Du gehst in die Vienna Business School in Mödling. Wie bringst du Schule und Geschäftliches unter einen Hut?
Spiess: Ich bin kein Streber, habe durchschnittliche Noten. Da ist es manchmal schon schwer, das gebe ich offen zu. Wichtig ist ein gutes Zeitmanagement, das gelingt mir meistens ganz gut.

GEWINN: Was würdest du anderen „Ultrajung-Unternehmern“ empfehlen?
Spiess: Man sollte sich nie von negativen Faktoren abbringen lassen. Zweifler und Kritiker kann man durch Erfolge überzeugen. Wichtig ist es, konsequent seine Ziele zu verfolgen. Einfach machen!

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