Revoluzzer auf dem Immobilienmarkt

Roland Schmid hat die Entwicklung vom Start-up zum Unternehmer geschafft. Jetzt will er mit imabis das Bild der Immobilienmakler aufpolieren.

Alle Angebote für alle Makler und Experten statt Vermittler – so stellt sich Roland Schmid die Zukunft der Immobilienmakler vor (Pepo Schuster)

Roland Schmid ist ein freundlicher Mann, erfolgreicher Unternehmer und sicher ein netter Chef. Aber jetzt macht er auf revolutionär und will eine ganze Branche als Kompetenzpartner für ihre Kunden neu positionieren.

Know-how für Immobilienmakler

Mit einer web-basierten Grundbuchabfrage und der Auswertung von Kaufverträgen konnte sich Schmid mit ­IMMOunited (2007 als WEBSERVICES-united gegründet) als Experte für Immobilienmarktdaten gut etablieren. Aktuell hält er bei mehr als 1.600 Kunden mit insgesamt 6.000 Usern und hat über 600.000 Verträge von Immobilientransaktionen in seinem System.
Weil aber Kaufverträge nie vollständig sind, begannen Schmid und seine Mitarbeiter ab 2012 sich die Inserate anzuschauen. Schmid: „Damals ging es uns vor allem darum, Hardfacts wie Wohnfläche, Zimmeranzahl oder Stockwerke zu ergänzen.“ Was allerdings in Inseraten meistens fehlt, ist die Adresse. Wie also Inserate und Kaufverträge zusammenführen? Schmid: „Wir haben begonnen. Maklern die Möglichkeit zu geben, Informationen vertraulich in eine separate Datenbank einzuspielen.“ Eine echte Hürde für einen Berufsstand, der bis dato vor allem davon lebte, Immobilien im Alleinauftrag zu vermitteln. Verlockend war aber die Aussicht, durch ein genaueres „Matching“, so Schmid, zu besseren Daten über den Markt zu kommen. Schmid: „Anfang 2013 sind wir mit imabis online gegangen und kamen bereits in den ers­ten beiden Jahren auf über 300 Kunden mit rund 1.200 Anwendern.“
Ein schöner Erfolg, aber nicht genug. Denn Schmid will alle Makler in ganz Österreich als Kunden. Dazu hat er im Februar 2015 den Preis pro User für Gesamtösterreich auf 85 Euro pro Monat gesenkt. Schmid: „Davor hat Wien alleine 650 Euro gekostet.“ Der Preis ist eine Schmerzgrenze – für ihn und auch für vor allem kleine Makler. Schmid: „Unser Ziel ist, dass wir jeden mit dem kompletten Immobilienangebot bedienen können.“ Das umfasst rund 520.000 Inserate, die täglich online sind. Makler, die das System nutzen, können dazu weitere Informationen eingeben und imabis fettet das Ganze mit Zusatzservices auf. Schmid: „Damit entsteht ein vollständiges Angebotsdatenprodukt, das im Interesse der gesamten Branche ist.“ Anita Körbler, seit 2012 Geschäftsführerin von IMMO­united: „IMMO-united beschäftigt sich mit der Vergangenheit, imabis mit der Zukunft. Ein Makler, der beide Produkte nutzt, kann optimal für Transparenz sorgen.“

Dienstleister statt Vermittler

Transparenz, die künftig vor allem genutzt werden soll, Kunden besser zu beraten – Schmid: „Die Revolution auf dem Immobilienmarkt (als die Schmid imabis bezeichnet) betrifft nicht so sehr das Produkt, sondern mehr den Markt.“
Denn das Internet hat auch für Makler vieles verändert und manche Studien geben diesem Berufsstand keine lange Zukunft mehr. Schmid: „Die Makler müssen noch mehr Dienstleister werden.“ Und dazu soll der Makler, auch dank imabis, Experte werden und im Idealfall sein Angebot mit seinen Kollegen teilen. Schmid: „Wenn ich dem Suchenden zeigen kann, was das Angebot auf dem Markt ist, und dem, der verkaufen will, wo seine Immobilie preislich wirklich liegt, wird das massiv helfen, Experten-Know-how zu vermitteln.“
Sein Kampfpreismodell scheint aufzugehen. Bereits in den ersten Tagen meldeten sich zehn neue Kunden. Insgesamt gibt es in Österreich rund 2.600 inserierende Unternehmen mit rund 6.000 Maklern. „Unser Ziel für 2015 sind 240 neue Kunden“, so Schmid, der mit imabis (imabis.com), IMMO­united (immounited.com) und einer IT-Firma insgesamt 44 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von knapp fünf Millionen Euro erwirtschaftet.

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