Erfolgreich mit Feinkost

Dass Qualität und nachvollziehbare Herkunft in der Lebensmittelwirtschaft kein „Käse“ sind, zeigt sich genau an diesem. Für die AMA-Marketing ist heimischer Käse ein Vorzeigeprodukt für das vor 20 Jahren eingeführte Gütesiegel.

Während die Agrarmarkt Austria im Zuge des EU-Beitritts 1995 zum Zwecke der gemeinsamen Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse eingerichtet wurde – unter anderem als Zahlstelle für Förderungen –, war die Gründung derer 100-Prozent-Tochter AMA-Marketing eine Initiative, um auf den veränderten Markt zu reagieren. Mit Erfolg, wie deren Geschäftsführer Michael Blass erläutert.

GEWINN: Was führte zur Gründung der AMA-Marketing?
Blass: Bis zum EU-Beitritt war Österreich gegen die Einfuhr von Lebensmitteln ein sehr gut geschütztes Land. Genauso schwierig war es für Österreicher in andere Länder zu liefern. Daher wurde überlegt, wie sich Österreichs Lebensmittelwirtschaft positionieren kann, um in eine bessere Wettbewerbssituation zu kommen. Der Gedanke war, in der AMA-Marketing eine Qualitäts- und Absatzförderung zu etablieren und in dieser Phase wurde auch das Leitmotiv vom Feinkostladen geprägt.
GEWINN: Welche Rolle spielte bzw. spielt dabei die AMA-Marketing?
Blass: Wir sind eine Organisation, die von einer öffentlichen Stelle gegründet wurde und mit klaren Aufträgen ausgestattet ist: Qualität, Absatzförderung, Kommunikation. Und ich denke, das gelingt uns ganz gut.
GEWINN: Wie gut? Wie sehr wird das AMA-Gütesiegel angenommen?
Blass: In der Landwirtschaft haben wir mit 43.000 Betrieben, die an unseren Programmen teilnehmen und mit 700 Lizenznehmern, die ihre Produkte auszeichnen, eine sehr gute Durchdringung. Vor allem sollte man sich vor Augen halten, dass erhebliche Warengruppen wie Getreide von uns gar nicht erfasst sind. Beim Gastro-Siegel haben wir eine kleine, aber feine kulinarische Elite, mit der wir sehr intensiv zusammenarbeiten.
GEWINN: Hat sich die Idee vom „Feinkostladen Österreich“ demnach bewährt?
Blass: Die Österreicherinnen und Österreicher schätzen ihre regionalen, frischen Lebensmittel und sie achten auf Qualität und nachvollziehbare Herkunft. Das zeigt sich auch im Export: 1995 lag die Exportquote der heimischen Lebensmittelbranche bei 16 Prozent, aktuell sind es rund 60 Prozent oder rund zehn Milliarden Euro. Daran sieht man, dass die Lebensmittelbranche mit allen zuliefernden Branchen ein Rückgrat der Volkswirtschaft ist. Und vor allem ein krisenfestes, da der Lebensmittelkonsum sehr stabil ist.
GEWINN: Was sind die heimischen Exportschlager?
Blass: Die wichtigsten agrarischen Produktgruppen sind Fleisch, Milch, Getränke, Obst und Gemüse – frisch und veredelt. Ein hervorragendes Beispiel für österreichische Frontrunner, die sich durchsetzen können, ist Käse, also hochveredelte Milch. 2015 wurden davon 60.435 Tonnen im Wert von 289 Millionen Euro alleine nach Deutschland exportiert. 1995 lag dieser Wert nahezu bei Null. Damit ist Österreich nach den Niederlanden und Frankreich die Nummer drei auf ddm deutschen Käsemarkt – vor Italien oder der Schweiz. Das verdient große Anerkennung.

Das AMA-Gütesiegel

Mit dem AMA-Gütesiegel werden Produkte, keine Betriebe ausgezeichnet. Sie verpflichten sich, die AMA-Produktionsbestimmungen und Richtlinien einzuhalten. Das AMA-Gütesiegel garantiert drei Säulen: nachvollziehbare Herkunft der Rohstoffe, ausgezeichnete Qualität und unabhängige Kontrollen.
Für das AMA-Gütesiegel ist eine Lizenzgebühr zu entrichten, deren Höhe abhängig vom Umsatz ist. Daneben finanziert sich die AMA-Marketing, deren Budget pro Jahr rund 20 Millionen Euro beträgt, aus Agrarmarketingbeiträgen, die für bestimmte Warengruppen von der Agrarmarkt Austria verpflichtend eingehoben werden.
Weitere Informationen unter amainfo.at.

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