Milliardeninvestitionen in Schiene und Straße

Wichtige Tempomacher sind in Österreich ohne Frage die Verkehrsgiganten ÖBB und ASFINAG. Sie haben demnächst Großes vor.

Die 22 Kilometer lange S 10 Mühlviertler-Schnellstraße wird noch heuer fertig, Kostenpunkt 718 Millionen Euro (Foto: Asfinag)

ÖBB und ASFINAG haben vieles gemeinsam: Beide befinden sich im Besitz der Republik Österreich, beide sind für Verkehr und dessen Infrastruktur verantwortlich und beide beauftragen regelmäßig sehr große, in manchen Jahren sogar österreichweit die größten Bauprojekte. Trotzdem stehen beide in harter Konkurrenz zueinander. Die Politik als Eigentümervertreter liebt die Schiene, deshalb sollen künftig mehr Güter und Menschen statt auf der Straße auf der Schiene befördert werden. Tatsächlich sieht die Situation momentan noch sehr anders aus.  In der offiziellen Verkehrsstatistik schlägt die Straße die Schiene seit Jahren deutlich, was die transportierten Güter betrifft. Rund 70 Prozent der etwa 600 Millionen Tonnen jährlich werden auf der Straße und nur 17 Prozent auf der Schiene befördert. Der Rest entfällt auf Rohrleitungen und Wasserwege. 

ÖBB investieren kräftig 

Um dieses Verhältnis zu ihren Gunsten zu verschieben, investieren die ÖBB pro Jahr rund zwei Milliarden Euro in Infrastruktur. Das ergibt nicht nur für die staatliche Bahn, sondern für das ganze Land einen gewaltigen Impuls. So kommt etwa der Ausbau der Südstrecke endlich auf Hochtouren. Schlüsselprojekte wie der Terminal Wien-Inzersdorf, die Pottendorfer Linie, der Semmering-Basistunnel und die Koralmbahn sind bereits angelaufen. Die baldige Gesamtfertigstellung des Grazer Hauptbahnhofs stellt den Endspurt der Bahnhofsoffensive in puncto Großbahnhöfe dar.  Beispiel Inzersdorf: Mit dem Spatenstich für den neuen multifunktionalen Güterterminal Wien-Inzersdorf im August 2013 ordnen die ÖBB die Terminalstruktur in und rund um Wien neu und bauen ihre Frachtkapazitäten aus. Der Vorzeige-Terminal wird bis 2017 um rund 300 Millionen Euro auf rund 55 Hektar – das sind etwa 40 Fußballplätze – an der Schnittstelle der Pottendorfer Linie und der Schnellstraße S1 errichtet, schon 2016 geht der Terminal in Teilbetrieb. Mit der Inbetriebnahme werden mehrere Güterbahnhöfe in und um Wien – wie etwa der Frachtenbahnhof Wien Nordwestbahnhof, wo ein neuer Stadtteil für Wohnungen und Büros entsteht – nach und nach aufgelassen. Die Konzentration der Güterlogistik auf einen Standort im Süden Wiens wird eine Entlastung für den innerstädtischen Bereich bringen, weil vor allem innerstädtische Zug- und Verschubfahrten dadurch verringert werden. Zusätzlich wird das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene leisten.  

ASFINAG gibt 2015 eine Milliarde aus 

Wenn die ÖBB investieren, will die ASFINAG natürlich nicht nachstehen. 2015 investiert die ASFINAG insgesamt eine Milliarde Euro in Neubau, Erweiterungen sowie die Erhaltung der Autobahnen und Schnellstraßen. Davon gehen 500 Millionen in den Neubau und 485 Millionen in bestehende Straßen. Diese Beträge sind Teil eines Sechs-Jahres-Programms, im Rahmen dessen bis 2020 sogar insgesamt sieben Milliarden Euro für Österreichs hochrangiges Straßennetz vorgesehen sind. „Wir wollen unseren Kunden ein verkehrssicher ausgebautes und gut serviciertes Autobahnnetz zur Verfügung stellen. Die ASFINAG ist wirtschaftlich gut aufgestellt und wir können all diese Projekte aus eigener Kraft finanzieren. Wir arbeiten ausschließlich mit den Einnahmen aus Maut und Vignette“, sagt ASFINAG-Vorstand Alois Schedl zum aktuellen Infrastruktur-Programm. Sein Vorstandskollege Klaus Schierhackl weist  darauf hin, dass allein mit der heuer veranschlagten Milliarde bis zu 10.000 Arbeitsplätze gesichert würden.  

 

Den gesamten Artikel lesen Sie im Heft GEWINN extra 5e/2015.

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