Strom-Boje sucht Investoren

Nachdem alle technischen und bürokratischen Hürden genommen wurden, begibt der Erfinder der Strom-Boje eine Anleihe zur Produktion der Start-Serie. Achtung: Die Zeichnungsfrist endet bereits am 31. 3. 2016!

Ein passionierter Ruderer weiß, was Strömung kann. Und ein passionierter Erfinder findet eine Idee, wie man diese Strömung nutzen kann. Fritz Mondl, ursprünglich gelernter Grafiker und Designer, ist beides: Ruderer und Erfinder. Mit der von ihm 2006 gegründeten Aqua Libre Energieentwicklungs-GmbH hat er das weltweit stärkste und stabilste schwimmende Strömungskraftwerk im Fluss entwickelt. Bei der Strom-Boje handelt es sich im Kern um eine Turbine, die ins Wasser gehängt wird. Dass das nicht ganz so einfach ist zeigt der Umstand, dass Mondl seit nunmehr zehn Jahren an der mittlerweile auch nahezu weltweit patentierten Entwicklung arbeitet.

Zehn Jahre für serienreife Lösung

Zuerst ging es um technische Fragen: Was tun gegen Treibgut? Wie produziert die Turbine am besten Strom? Wie verhindern, dass Schiffe oder Fische zu Schaden kommen? Fragen, die mit einer mittlerweile in vielen neu entwickelten Details gelöst sind. Damit die Strom-Boje knapp unter der Wasseroberfläche schwimmt – dort herrscht die größte Strömung – ist diese an einer im Flussboden verankerten Kette montiert.
Für den Auftrieb sorgt ein Schwimmkörper, auf dessen Unterseite die Turbine montiert ist. Das Gewicht der Kette, der Auftrieb und der Druck der Strömung bringen die Turbine in ihre ideale Position. Aber nur bis zu einem bestimmten Punkt oder besser gesagt: Pegelstand. Ab dann – in der Donau sind es rund fünf Meter Pegel – steigt die Strom-Boje nicht mehr mit. Der Wasserspiegel steigt darüber, die Strom-Boje bleibt vor großem Treibgut geschützt und produziert weiter Strom. Um dabei den höchst möglichen Erfolg zu erzielen, verfügt die Strom-Boje über einen Diffusor, der für Unterdruck hinter dem Rotor sorgt. Mondl in einem bereits im Juni 2011 veröffentlichten GEWINN-Bericht (der Artikel ist für GEWINN-Abonnenten kostenfrei abrufbar unter gewinn.com/mein-gewinn): „Das erhöht die Leistung um das Drei- bis Vierfache. Mit dem Diffusor laden wir das Wasser ein, durchzufließen.“ Umgekehrt sorgt ein selbstreinigender Rechen dafür, dass nichts in den Rotor schwimmt – weder Treibgut noch Schwimmer oder Paddler. Aber auch für Schiffe stellt die Strom-Boje, die sich außerhalb der Fahrtrinne befindet und entsprechend gekennzeichnet ist, im Normalfall keine Gefahr dar.
Garant dafür ist der mittlerweile dritte Prototyp, der 2011 entwickelt wurde und seither 40.000 Betriebsstunden in der Donau (bei Weißenkirchen) absolviert hat. Mondl: „Dabei ging nicht immer alles planmäßig, aber heute haben wir das wohl einzige ausgereifte Wasserkraftwerk in der freien Strömung weltweit.“

Mehr als 100 projektierte Standorte


Weit umfangreicher als anfangs befürchtet gestalteten sich die bürokratischen und sonstigen Hürden. Trotz vieler Interessenten aus aller Welt, Absichtserklärungen der EVN und von Bürgermeistern der Wachau, das Weltkulturerbe mittels Strom-Boje energieautark zu machen, hat es gedauert. Fatal erwies sich dabei eine gut gemeinte Unterstützungserklärungen von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner nach einer Präsentation im Herbst 2013. Mondl: „Beim Empfang hat Minister Mitterlehner erklärt, dass er sich bemühen wird, uns mit entsprechenden Förderungen den Markteintritt zu erleichtern. Das haben die ebenfalls anwesenden lokalen Bankiers gehört und prompt entschieden, mit der Finanzierung lieber auf die Förderung warten zu wollen.“ Diese wurde – während viel Wasser die Donau ungenützt weiter hinab floss – schließlich im Dezember mit einem Einspeisungstarif von 13,32 Cent/kWh gewährt. Mondl: „Immerhin ist das ein Tarif mit dem wir gut leben können.“
Und umso besser, je mehr Strom-Bojen verkauft und dazu auch gefertigt werden. Mondl: „Derzeit kommen wir auf einen Verkaufspreis von zirka 300.000 Euro pro Stück, das Ziel sind mittelfristig zirka 250.000 Euro. Mit einer Jahresleistung von 220.000 bis 300.000 kWh sollte das auch für den Betreiber ein Geschäft sein.“ Interessenten gibt es jedenfalls: Aktuell bestehen in Österreich neun genehmigte und mit Deutschland und der Schweiz mehr als 100 projektierte Standorte (in Österreich wären laut Untersuchungen bis zu 80 Standorte möglich) für Strom-Bojen-Parks. Projekte und Planungen gibt es aber auch in Afrika, Asien, Nord- und Südamerika. Mondl: „Wir können davon ausgehen, dass in den kommenden fünf Jahren vorsichtig geschätzte Umsätze von 40 bis 50 Millionen Euro mit Strom-Bojen, Montageschiffen und Montage zu erwarten sind.“

Anleihe für Start-Serie


Was dazu noch fehlt ist eine Finanzspritze. Nachdem die ALEE bisher insgesamt mehr als vier Millionen Euro selbst in das Projekt gesteckt hat – ein Teil kam auch über Förderungen, wird derzeit eine Anleihe aufgelegt, mit der bis zu fünf Millionen Euro lukriert werden sollen. Durch das im Dezember 2015 geänderte Kapitalmarktgesetz konnte dafür ein vereinfachter und damit günstigerer Prospekt aufgelegt werden. Zudem wurde mit der Aqua Libre Finanzierungs-GmbH (aqualibre-finanz.at) eine eigene Firma gegründet, die sich ausschließlich um die Themen Finanzierung, Projektierung und Vertrieb von Strom-Bojen-Parks sowie weiteren Forschungs- und Entwicklungsaufgaben beschäftigt, und die auch die aktuell laufende Anleihe begibt (Ende der Zeichnungsfrist ist der 31. 3. 2016). Die Aqua Libre Energieentwicklungs-GmbH (aqualibre.at) bleibt mit ihren Partnern und Mitgesellschaftern BILEK+SCHÜLL (bilek.at) sowie BEB Fertigungscenter (fertigungscenter.at) weiterhin operativ für Produktion, Montage und Wartung zuständig.

Eckpunkte der Anleihe

Emittentin: Aqua Libre Finanzierungs-GmbH
Gesamtvolumen: EUR 4.990.000
ISIN: AT0000A1KAE9
Zeichnungsfrist: 11. bis 31. März 2016
Ausgabetag: 5. April 2016
Laufzeitbeginn: 5. April 2016
Verzinsung: 4 Prozent per anno
Zinszahlungstage: 5. April eines Jahres, erstmals 5. April 2017
Fälligkeitstag: 5. April 2021, Tilgung zu 100 Prozent
Stückelung: EUR 1.000
Mindestzeichnung: EUR 1.000
Tageberechnung: actual/actual
Sicherstellung: Emittentin haftet mit ihrem gesamten Vermögen, darüber hinaus werden keine Sicherheiten bestellt.
Spesen: Von der Emittentin werden keine Spesen verrechnet.
Verbriefung: Einzelurkunden

Weitere Informationen zum Angebot sowie den Kapitalmarkprospekt als Download finden Interessierte unter http://www.aqualibre-finanz.at/anleihe/

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