Die besten Business Schools

Sie wollen einen MBA von internationalem Rang und Namen? Und sind bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen? GEWINN zeigt, was die besten Anbieter in Asien, Europa und den USA kosten.

Kellogg ist mit seinem Executive MBA in Kooperation mit der chinesischen HKUST Business School nicht nur durch seine geografische Lage am Lake Michigan die Topadresse. Platz eins im Ranking (Foto: The Kellogg School of Management/Simeon Pratt)

Unterhält man sich über MBAs (Master of Business Administration), geht es meist um berühmte amerikanische, englische, französische oder spanische Anbieter. Über das internationale Flair, den Glanz der hohen Wissenstempel – und natürlich wie man hineinkommt. Vor allem aber heult man naturgemäß im Rudel über die horrenden Gebühren von 30.000 bis 182.000 Euro für ein entsprechendes Studium.

Im Fußball sagt man gerne, Geld schießt keine Tore. Stimmt aber nicht, wie Ronaldo und Messi seit über einem Jahrzehnt Woche für Woche beweisen. Bei einem MBA sagen die meisten Personalvermittler: „Ein Postgraduate muss ein großes Netzwerk mit gutem Alumniclub bieten. So hat man leichter Zugang zu den richtigen Kreisen, um die guten Jobs zu bekommen.“ Manche drücken es besonders drastisch aus: „Ein MBA ist einfach ein Baustein in der Karriere.“ Bekommt man dafür mehr Cash überwiesen? In der Regel nicht, aber der Jobwechsel und die internationale Karriere laufen dadurch leichter. Wer danach in seinem alten Job im österreichischen Hintertupfing bleibt und so viel Geld für den Promi-MBA hinblätterte, hat Liebhaberei betrieben.

Österreichische MBAs ohne internationalen Bezug haben es gerade bei internationalen Unternehmen schwer, denn die achten eben eher auf die Art des MBAs. Doch es gibt auch Ausnahmen, die ihr exzellentes Netzwerk zur heimischen Indust­rie vorweisen können, und auch, meinen manche Personalchefs, ein solches Studium bei Bedarf unterstützen, indem sie die gesamten Kos­ten übernehmen – was meist mit sich bringt, dass man nachher noch mindestens zwei Jahre im Unternehmen bleiben muss. Oder sie zahlen einen Teil und unterstützen ganz gezielt den Zeitaufwand fürs Studium.

Die Limak in Linz etwa arbeitet nicht nur eng mit der Universität zusammen, sie gehört auch einem Verein, der sich aus Wirtschaft und Industrie zusammensetzt. Sie schneidert auch mit Unternehmen gemeinsame Programme nach Maß, besonders wenn es um das Thema Digitalisierung geht.

Die Executive Academy der Wirtschaftsuniversität in Wien wiederum hat die heimische Industrie nicht so direkt im Rücken, doch dafür kann sie als einziger heimischer Executive-MBA-Anbieter vorweisen, in Rankings mit internationalem Vergleich immer öfter und immer besser abgeschnitten zu haben. Sie kann auch eine Triple-Crown-Akkreditierung vorweisen, wozu (Stand 2018) nur 89 Business Schools weltweit in der Lage waren.

Professional MBAs sind für jene, die diese funktionelle Ausbildung brauchen und sehr auf den österreichischen Markt und Bedarf ausgerichtet sind. Sie finden oft oder mitunter nur als Vollzeitprogramm statt, was dann meist einen Zeitaufwand von rund zwei Semes­tern bedeutet. Die Executive MBAs sind einen Schritt weiter. Hier liegt die Betonung mehr auf General Management und Internationalität. Es läuft in Englisch, viele der Lehrenden kommen aus renommierten internationalen Ins­tituten, und sie finden ausschließlich berufsbegleitend und auch inhaltlich berufsbezogen in vier bis fünf Semes­tern statt.

Das richtige Programm

Will man ins Ausland, sind die internationalen Rankings als kleine Entscheidungshilfe interessant. Doch wird mittlerweile die Kritik an diesen Rankings immer lauter, da sie oft auf wenig verifizierbaren Kriterien wie Zufriedenheit, Gehaltssprünge durch den MBA (da können EMBA und MBA nicht konkurrieren), die veröffentlichten Dossiers oder auch, wie viel diese von anderen zitiert wurden, etc. basieren. Da diese Daten von den Verfassern der Rankings meist nicht öffentlich gemacht werden, wurde hier, nur als kleine Hilfe, das am wenigsten kritisierte Ranking der FT – Financial Times herangezogen.

Je internationaler die Mitstudenten und Lehrenden sind, umso besser ist meist das internationale Karriere-Netzwerk. Natürlich ist es auch von Vorteil, wenn es den Anbieter schon länger auf dem Markt gibt. Es gilt, sich genau anzusehen, wer den ausgesuchten Anbieter schon alles hinter sich gebracht hat, ob es Kooperationen mit Unternehmen gibt und wie kulturell gemischt das Publikum ist – je stärker, umso besser. Zudem sollte die Unterrichtssprache zumindest zu 80 Prozent Englisch sein.

Wird jeder Bewerber aufgenommen oder gibt es Aufnahmeprüfungen? International anerkannte Prüfungen, wie die Englischprüfungen GMAT, Cambridge Certificate oder Toefl-Test, sind hierzulande selten Voraussetzung. Doch ist auch interessant, wie viel Praxiserfahrung verlangt wird. Braucht man keine bis maximal zwei Jahre, handelt es sich um einen „Junior“-MBA, und der gilt als gute Weiterbildung. Sind drei bis fünf Jahre Praxis Voraussetzung, hebt sich der Altersdurchschnitt und der ist besonders interessant, wenn es um das Netzwerk geht.

Die Kosten

Auch wenn sich die Kosten von MBA-Programmen erheblich unterscheiden, stellt ein MBA-Studium in der Regel eine größere finanzielle Belastung dar. Allein die Studiengebühren können zwischen 30.000 bis zu saftigen 182.000 Euro oder mehr betragen (siehe Tabelle).

Neben den Studiengebühren sollte man bei der finanziellen Planung auch die anfallenden Lebenshaltungskosten berücksichtigen. Diese können je nach Dauer des Programms, Ort und Entfernung eine hohe finanzielle Herausforderung darstellen. Studiert man in einer Met­ropole wie London oder New York, steigen die gewohnten Lebenskosten um ein Vielfaches . Worum geht es: Studiengebühren, Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Bewerbungskosten samt Zusatztests und Vorbereitungskurse, Anfahrtskosten, Studienmaterial.

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