Mit dem Hobby (nebenbei) Geld verdienen

Sieben Fragen an Enthusiasten, was sie dazu bewegt hat, ihr (meist sportliches) Hobby zum Beruf zu machen, und wie die Situation auf dem Arbeitsmarkt aussieht.

 

 

Zumba-Instructor

Tamara Dos Santos Góes, 33, Oberösterreich

1. Was hat dich veranlasst, dein Hobby zum Beruf zu ­machen?

Ich war mehrere Saisonen Skilehrerin und jetzt unterrichte ich Zumba (lateinamerikanisch inspiriertes Workout, bei dem unter anderem die Grundschritte Reggaeton, Cumbia, Salsa und Merengue unterrichtet werden). Für mich gibt es nichts Erfüllenderes, als die eigene Leidenschaft und Liebe zur Bewegung an andere weiterzugeben.

2. Wie viel hat die Ausbildung gekostet?

Je nach Sportausbildung, zwischen 100 und 2.500 Euro. Die Kosten der Ausbildung zum Zumba-Instructor belaufen sich auf zirka 200 Euro. Die damit erworbene Lizenz ist ein Jahr gültig und kann mit einem monatlichen Beitrag weiter aufrecht erhalten werden.

3. Wer bietet die Ausbildung an?

Die Termine für die Ausbildung zum Zumba-Instructor findet man auf www.zumba. com. 

4. Wie viel Zeit investiert man in die Ausbildung?

Die Zumba-Basic-Ausbildung dauert ein Wochenende. Zusätzliche Zumba-Ausbildungen, um beispielsweise auch Kinder zu unterrichten, sind ein weiterer Zeit- und Geldaufwand.

5. Welche Chancen hat man nach der Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt?

Im Fitnessbereich ist es schwierig, Fuß zu fassen. Als Hauptjob ist es wahnsinnig schlecht bezahlt, es gibt sehr viele Trainer auf dem Markt und leider werden Jobs im Sportbereich weiterhin als keine „richtigen“ Jobs angesehen. Ich denke, es ­gehört Talent, Durchhaltevermögen, Know-how, Einfühlungsvermögen und vor allem ein bisschen Glück ­dazu, um wirklich erfolgreich zu sein. Als Skilehrerin hätte ich sofort wieder einen Job.

6. Was kann man nach vollendeter Ausbildung verdienen?

Die Bezahlung variiert nach Ausbildung. Fitness-Stunden werden in Wien mit 15 bis 35 Euro bezahlt. Der Kollektivvertrag für einen angestellten Fitness-Trainer ist leider sehr gering und kaum ein Fitness-Studio sucht Vollzeitkräfte. 

7. Was für zusätzliche Kosten können entstehen?

Zusätzliche Kosten für Kleidung, Schuhe, Fortbildungen und Workshops sind Norm. Man muss immer up to date bleiben und hat einen relativ hohen Sportklamottenverschleiß. T-Shirts und Co. haben ein sehr langes Leben, aber irgendwann sind sie so vollgeschwitzt, dass kein Waschmittel sie mehr retten kann. Außerdem wird man als Trainer vom Publikum mehr respektiert, wenn man mit der Fitnessmode geht.

Trainingsleiterin

Karin Elsner, 21, Wien (Foto: Carina Jahn)

ad 1: Ich habe in dem Verein, in dem ich unterrichte, selbst geturnt, bis ich von der Trainingsleitung gefragt wurde, ob ich gerne selbst Unterricht geben ­würde.

ad 2: Hier variiert die Spannweite der Kosten gewaltig. Preiswerte Ausbildungen werden in verschiedenen Sportvereinen angeboten. Im Prinzip war sie für mich kostenlos, da ich ein Sportgymnasium besucht habe und dort die Ausbildung zum Trainingsleiter absolviert habe.

ad 3: Die Ausbildung zum Trainingsleiter ist eine ­staatlich geprüfte Ausbildung. Auch ohne Besuch 

des ­Sportgymnasiums kann man die Ausbildung zum Trainingsleiter im Sportzentrum Schileiten absolvieren (Infos: www.bspa.at, www.sportunion-akademie.at).

ad 4: Wir hatten eine Woche theoretischen und praktischen Unterricht und ein ­halbes Jahr später folgte 

die Prüfung. Man benötigt durchschnittlich zwei Wochen, um die Module zu ­lernen.

ad 5: Die Chancen stehen gut, einen Job in einem Fitnesscenter oder Verein zu bekommen.

ad 6: Ich unterrichte zwei Tage in der Woche, jeweils zwei Stunden. In einem Monat verdiene ich dabei zirka 150 Euro.

ad 7: Turnanzüge, Trainingsanzüge und Weiterbildung können ein zusätzlicher Geldaufwand sein.

Musicaldarstellerin

Helene Popp, 24, Niederösterreich (Foto: Michael Kober)

ad 1: Ich hatte neben meinem Studium nicht genug Zeit zum Singen und Tanzen und auch nur sehr beschränkte Möglichkeiten dafür. Hobby-Musicalgruppen gibt es zwar für Jugendliche, aber nicht für Erwachsene. 

ad 2: Die Profiausbildung kos­tet insgesamt 26.000 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten meines Tanz- und Gesangsunterrichts, den ich seit meiner Jugend hatte. 

ad 3: Es gibt in den meisten großen Städten private Schulen, die eine Musicalausbildung anbieten. Außerdem gibt es einzelne Hochschulen, an denen man Musical studie­ren kann (Infos: www.muk.ac. at, www.performingcenter.at, www.viennaconservatory.at).

ad 4: Die Ausbildung ist sehr arbeitsintensiv. Zusätzlich zu etwa 40 Unterrichtsstunden pro Woche kommt noch ein enormer Trainings- und Übungsaufwand. Man muss schon wirklich dafür leben, Freizeit bleibt einem kaum.

ad 5: Ein Diplom als Musicaldarsteller ist noch lange keine Garantie für ein Engagement. Man muss zu den Besten gehören, und selbst die sind zu einem großen Teil auf Nebenjobs angewiesen.

ad 6: Das ist sehr unterschiedlich. Als Musicaldarsteller hat man nie ein regelmäßiges Einkommen, da man sich ein Engagement nach dem anderen sucht. Außerdem hängt die Gage von der Größe der Produktion ab und davon, ob man eine  Hauptrolle hat oder im Ensemble ist.

ad 7: Als Musicaldarsteller ist man selbständig und muss somit eigenständig Versicherungen und Steuern bezahlen. Außerdem muss man laufend trainieren und meist ein Künstlerleben lang Unterricht nehmen, was ganz schön teuer sein kann.

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